Passagierzahlen steigen, neues Frachtzentrum im Oktober

Während andere regionale Flughäfen wie die in Karlsruhe/Baden-Baden oder Lahr turbulente Tage erleben, befindet sich der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (EAP) weiter auf dem Höhenflug: Nach 5,3 Millionen Passagieren in 2012 fertigte der EAP im vergangenen Jahr bei 87.319 Flugbewegungen knapp 5,9 Millionen Gäste ab – ein kräftiges Plus von zehn Prozent, ein Wachstum weit über dem europäischen Durchschnitt. Der Umsatz blieb aufgrund von Kostensenkungen stabil bei rund 107 Millionen Euro.

Nicht um gute Nachrichten verlegen: Mario Eland.

 

Die Triebwerke des Wachstums sind die Ausweitung des Angebots, zusätzliche Frequenzen auf erfolgreichen Strecken, der Einsatz größerer Flugzeuge und die insgesamt bessere Auslastung. So kamen 2013 neu hinzu die Destinationen Calvi, Dalaman, Figari, Krakau, Sevilla und Tuzla. Die Frequenz wurde etwa bei den Ferienfliegern nach Antalya, Palma oder auch Tel Aviv erhöht. Das Frachtgeschäft blieb mit 94.000 Tonnen stabil. Die Zahl der Beschäftigten stieg um vier Prozent auf 6100 – damit ist der EAP für den Arbeitsmarkt durchaus von Bedeutung.

 

Um die nächste gute Nachricht ist EAP-Marketingdirektor Mario Eland nicht verlegen. Mit Ryanair kommt jetzt Europas größte Airline zurück nach Basel. Neue Arbeitsplätze wird das aber nicht bringen: „Ryanair hat keine stationierten Flugzeuge bei uns und nur dann ist das arbeitsmarktrelevant.“ Ein A320 von easyJet etwa benötige 35 Mitarbeiter in Cockpit und Kabine, die vor Ort wohnen müssen. Hinzu kommen Beschäftigungseffekte für Catering, Bodenabfertigung oder das Auftanken.

 

Eland verweist rückblickend zudem auf die Wiedereröffnung der EuroAirport Skyview Lounge, die Neueröffnung des EuroAirport-Business-Center, das neue Gastronomiekonzept mit drei neuen Läden, auf Fortschritte in Sachen Schienenanbindung (www.eapbyrail.org), ein energetisch modernisiertes Heizkraftwerk und nicht zuletzt auf den Startschuss für den Bau des neuen Cargo-Terminals (Bezug im Herbst) mit klimatisierten Anlagen und einem Investitionsvolumen von über 40 Millionen Euro. Zudem hat das Unternehmen AMAC Aerospace einen Bauantrag für einen vierten Hangar für den Umbau und die Wartung von Flugzeugen eingereicht. Und: Zehn weitere neue Läden sollen heuer eröffnet werden.

Euroairport

 

Der EAP ist auch auf der Startbahn weiter im Aufwind: Auch in diesem Jahr kommen neue Ziele hinzu: easyJet fliegt nach Larnaka, Bastia, Brindisi, Montpellier und Reykjavik, Ryanair nach Dublin und London Stansted. Air Méditerranée fliegt ab Sommer Split an. Die Verbindungen nach Edinburgh, Antalya, Istanbul und Skopje werden verdichtet. Eland rechnet für 2014 mit einem Passagier- und Umsatzwachstum „um die fünf Prozent“ – mithin auch mit dem Überfliegen der Sechs-Millionen-Passagiere-Grenze.

 

Der den Staaten Schweiz und Frankreich gehörende EAP, auf dem am 2. Mai 1946 das erste Zivilflugzeug gelandet war, bedient mit 20 Fluggesellschaften mittlerweile mehr als 100 Destinationen mit direkten Linien- oder Ferienflügen. Die Investitionssumme 2014 liegt insgesamt bei 54 Millionen Euro. Die Geschäftslage darf nach einer merklichen Entschuldung als sehr robust bezeichnet werden.

 

Text: Lars Bargmann / Fotos: © Euroairport, Steve Przybilla