Der südbadische Energieversorger Badenova hat sein 2010 gestartetes Projekt „Kompas“ (kommunale Anteilspartnerschaft) abgeschlossen. Mit Erfolg: 81 neue Gesellschafter (Städte und Gemeinden) haben für 56 Millionen Euro rund drei Prozent der Anteile gezeichnet. Zusammen mit den 15 Altgesellschaftern „haben wir jetzt das größte regionale Netzwerk der Energiewende geknüpft“, sagt Vorstand Mathias Nikolay. Die neuen Anteilseigner haben rund drei Prozent Badenova gekauft. Die Idee zum Erfolgsprojekt „Kompas“ hatte Finanzvorstand Maik Wassmer.

Neue E-Bike-Flotte: Badenova-Vorstand Mathias Nikolay (l.) und der Neuenburger Bürgermeister Joachim  Schuster geben sich die Hand drauf.

 

„Kompas“ hatte erstmals allen 184 Konzessionsgemeinden ermöglicht, sich am Unternehmen zu beteiligen. Bad Krozingen griff am tiefsten in die Tasche und zeichnete knapp 6,7 Millionen Euro, rund 20 Gemeinden haben lediglich die Mindestsumme von 100.000 Euro eingezahlt. „Wir sind sehr stolz und positiv überrascht von dieser Bilanz“, so der Vorstandsvorsitzende Thorsten Radensleben. Die drei Prozent abgegeben hat die Thüga AG (auch sie mittlerweile in rein kommunaler Hand), die jetzt noch 44,6 Prozent hält.

Thüga-Vorstand Gerhard Holtmeier: „Badenova ist ein gesundes, zukunftsgerichtetes Unternehmen. Da gibt man als Gesellschafter nicht ohne guten Grund Anteile ab. Die Einbindung möglichst vieler Kommunen in das unternehmerische Energiewende-Engagement von Badenova ist aber ein solcher Grund.“ Der zweitgrößte Eigner ist die Stadt Freiburg mit 32,8 Prozent. „Energiewende ist eine Gemeinschaftsleistung, für die wir möglichst viele Partner und Verbündete gewinnen wollen“, sagt Oberbürgermeister Dieter Salomon. Die neuen Anteilseigner profitieren von einer guten Rendite (garantiert sind 4,5 Prozent) und haben in verschiedenen Gremien auch Mitspracherechte.

Die Bewohner in diesen 96 Städten und Gemeinden können sich ihre Energielieferanten weiterhin frei wählen – wie die Rathäuser auch. Intelligente Prämienmodelle (für jeden Neukunden in diesen Kommunen zahlt Badenova einen Betrag in einen Topf, aus dem etwa Neuenburg sich eine neue E-Bike-Flotte für die Bürger angeschafft hat) sorgen aber auch für Zulauf, so Badenova-Sprecher Roland Weis. Genaue Zahlen dafür gibt es aber nicht.

Text: Lars Bargmann / Foto: Badenova