Roland Butz über Märkte, Preise und die Akquise

Seit drei Jahren leitet Roland Butz, 48, die Abteilung Immobilienvertrieb der Volksbank Freiburg. Vor wenigen Wochen wurde der zweifache Familienvater, der schon seit 31 Jahren bei dem Finanzinstitut tätig ist, in den Gutachterausschuss der Stadt Freiburg berufen. Mit ihm sprach chilli-Autor Dominik Bloedner.

 

chilli: Herr Butz, ist durch Großprojekte wie beim Areal Gutleutmatten in Haslach oder auf dem Güterbahnhof eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten? Oder ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein?
Butz: Die Stadt Freiburg braucht aufgrund des Bevölkerungswachstums 1000 neue Wohnungen im Jahr. 2011 gingen immerhin über 500 neu gebaute Wohnungen an neue Besitzer, vergangenes Jahr waren es nur noch 304. Wir schieben einen Saldo vor uns her. Bis der angedachte neue Stadtteil Wirklichkeit wird, kann es noch dauern. Die Nachfrage ist groß, der Markt ist umkämpft. Verkäufer können innerhalb einer kurzen Zeitspanne einen recht guten Preis für ihre Immobilie erzielen. Das gilt auch und vor allem für die wenigen Gebrauchtimmobilien, die noch auf den Markt kommen.

Roland Butz: Auch im Umland aktiv.r

 

chilli: Platzt irgendwann die Betongold-Blase?
Butz: Nein, ich sehe keine Blase. Es gibt eine sehr große Nachfrage nach Immobilien, es gibt sehr günstige Zinsen für Bauherren, die Stadt und die Region sind Zuzugsorte. Die Investition in Betongold lohnt nach wie vor, auch als Alternative für Kapitalanleger.

 

chilli: Bei schätzungsweise über 300 Maklern in der Region– wie hoch ist ihr Marktanteil?
Butz: Wir sind flächendeckend vertreten, sowohl im Schwarzwald als auch am Kaiserstuhl und in Freiburg. Insgesamt haben wir einen Marktanteil von drei bis vier Prozent. Im Schwarzwald sind wir stärker, weil da im Gegensatz zu Freiburg auch das Angebot an Gebrauchtimmobilien größer ist.

 

chilli: Wie viele Wohnungen werden über einen Makler verkauft, wie viele direkt von Verkäufer an Käufer?
Butz: Der Großteil wird definitiv immer noch von privat zu privat verkauft oder direkt über Bauträger. Aber auch wir arbeiten verstärkt mit Bauträgern zusammen, wir haben im Bereich Neubau Fuß gefasst. Derzeit macht dies 20 Prozent unserer Tätigkeit aus, Tendenz steigend. Der Rest entfällt auf Bestandswohnungen und auch, in geringerem Maße, auf Gewerbeimmobilien.

 

chilli: Wie sieht der Markt im Umland aus?
Butz: Hier ist die Lage noch etwas entspannter, auch Bauträger weichen in Städte wie Emmendingen oder Bad Krozingen aus. Diese Standorte haben sich gut entwickelt, hier gibt es eine gute Infrastruktur und eine Verkehrsanbindung. Für junge Familien ist das reizvoll – und bezahlbar.

 

chilli: Und der Schwarzwald?
Butz: Städte wie Hinterzarten oder Titisee-Neustadt sind ebenso attraktiv. Dort gibt es gute Arbeitgeber, auch das Freizeitangebot ist etwa durch das Badeparadies vielfältiger geworden.

 

chilli: Was kostet der Quadratmeter im Neubau in Freiburg in bester Lage und im Umland?
Butz: 2013 haben wir eine tolle Neubau-Wohnung in Herdern verkauft für einen Quadratmeterpreis von 7800 Euro. Dann aber gibt es auch 3-Zimmer-Wohnungen im Bestand im Schwarzwald für 125.000 Euro..

 

chilli: Woher kommen Ihre Kunden?
Butz: Vor allem über unser Netzwerk. Über 300 Berater von uns sind täglich im Kundengespräch, da kommen über 50.000 Gespräche im Jahr zusammen. Wir werden informiert, wenn einer unserer Kunden kaufen oder verkaufen will.

 

chilli: Werden die Preise weiter steigen?
Butz: Wenn die Zinsen einmal wieder steigen sollten und Anleger Alternativen finden, dann könnte dies die Nachfrage nach Betongold vielleicht abschwächen.