Im vergangenen Jahr wechselten in Freiburg 2472 Immobilien (minus 50 zum Vorjahr) für 781 Millionen Euro (plus 51 Millionen) den Besitzer. Der Markt befindet sich in einer Daueranspannung, der Markt kann längst nicht alle Begehrlichkeiten abdecken.

 

„Freiburg war, ist und bleibt eine attraktive Stadt. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist weiterhin hoch, während das Angebot überschaubar ist“, sagt Finanzbürgermeister Otto Neideck. Die meisten Verkäufe im neuen Geschosswohnungsbau (44 Prozent) gab es in der Preisspanne zwischen 4500 und 5000 Euro (alle Angaben pro Quadratmeter). 2009 waren 72 Prozent aller Käufe noch unter 3000 Euro – 2014 nur noch 5 Prozent.

Hier wär’ noch Platz: 2014 gab es nur elf Bauplätze für Geschosswohnungsbau zu kaufen, acht davon im Güterbahnhof, wo die Eigentümerin Aurelis Real Estate unlängst vorschlug, weitere 1120 zusätzliche Wohnungen zu bauen. Was bisher ohne Resonanz blieb.

 

Auch gebrauchte Wohnungen legen ständig zu: Lagen 2009 noch 61 Prozent der Verkäufe unter 2000 Euro, mussten 2014 bei rund 59 Prozent zwischen 2001 und 3500 Euro auf den Tisch des Hauses gelegt werden. Die Lage ist dramatisch: Exakt 15 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser gab es für durchschnittlich 190.00 Euro zu kaufen. Und nur elf für (meist teilweise auch gewerblich genutzte) Mehrfamilienhäuser, darunter allein acht auf dem Güterbahnhof – für einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 785 Euro. Die teuerste Villa kostete 2,75 Millionen Euro, die günstigste Wohnung 68.000 Euro. Neue Reihenendhäuser oder Doppelhaushälften kosteten im Schnitt 650.000 Euro (gebraucht: 420.000), Reihenmittelhäuser 570.000 (390.000).

 

Und weil auf der einen Seite alle Prognosen von einer weiter wachsenden Stadt ausgehen und auf der anderen viel zu wenig gebaut und genehmigt wird, werden sich die Preise weiter nach oben entwickeln. Im laufenden Jahr werden rund 600 bis 700 neue Wohnungen fertig.

 

Text: bar / Foto: © ns