Am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (EAP) fliegen die Umsätze weiter auf Rekordniveau. Der je zur Hälfte der Schweiz und Frankreich gehörende Flughafen legte im vergangenen Jahr mit 300 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 106,5 Millionen Euro zu. Marketing-Direktor Mario Eland begründet dies vor allem mit der Ausweitung des Flugangebots zu günstigen Preisen, mit zusätzlichen Frequenzen und verbesserten Anschlussbedingungen an die wichtigsten europäischen Drehkreuze. Der drohende Steuerstreit mit Frankreich ist indes erst einmal vom Tisch.

Blick aus dem Flugzeug.
Die französische Luftfahrtbehörde DGAC hatte – offenbar ohne Absprache mit dem Transportministerium – Airlines am EAP in einem Schreiben angekündigt, dass auch für den Schweizer Teil des Flughafens bald Luftverkehrssteuern in Frankreich anfallen würden – und das bereits von Anfang Juli an. Unterm Strich geht es dabei um 14 Millionen Euro. Die Airlines meldeten sich dann bei EAP-Chef Jürg Rämi. Die Schweizer Seite reagierte – freundlich ausgedrückt – überrascht und kündigte an, sich sodann auch einseitig aus der Kofinanzierung eines TGV-fähigen Bahnanschlusses zurückzuziehen. „Die Sache ist jetzt erst einmal vom Tisch, aber es wird weitere Gespräche geben“, erklärt Eland. Der binationale Airport sei steuerlich ein Sonderfall.

Die Passagierzahlen legen weiter zu, Eland rechnet auch heuer mit einem Plus von acht, neun Prozent auf 5,85 Millionen. Der Umsatz steigt weniger stark, weil der EAP – vor allem wechselkursbedingt – die Passagierkosten für die Airlines auf dem Schweizer Teil im April 2012 um elf Prozent gesenkt hatte. Das Cargogeschäft stagnierte auf gutem Niveau. Die aeronautischen Einnahmen machen 48 Prozent des Umsatzes aus. Die starke Hälfte verdient der EAP mit dem Handel, dem Parken und den Mieten. Diese Erlöse kletterten um 4,6 Prozent.

Bemerkenswert ist übrigens, dass allein in 2012, auch dank Sondereffekten, die Nettoverschuldung um 32,1 auf nun noch 34,1 Millionen Euro zurückgefahren wurde. Damit fühlt sich die Chefetage gut gerüstet, die wichtigen Investitionen in die Entwicklung, etwa das neue Frachtzentrum, anzugehen. Alles eitel Sonnenschein? Nein. Zwar lassen angesichts der politischen Lage Flüge nach Ägypten leicht nach, der Umsatzanteil ist aber zu gering, um die Bilanz zu verhageln. Anders wäre das aber mit der Türkei: „Ob Spanien und Griechenland ausgleichen könnten, wenn die Türkei einbräche, ist offen“, so Eland. Dank eines sehr gesunden Kerngeschäfts mit Deutschland, Frankreich, England und Spanien herrsche aber Zuversicht.

Text & Foto: Lars Bargmann