Kopfmann Elektrotechnik ist nicht nur in der Ausbildung ausgezeichnet

Reinhold Kopfmann fasste 1993 einen folgenschweren Entschluss: Der Elektromeister, zuvor in Diensten der Freiburger Elektrizitätswerke (FEW), machte sich selbstständig. „Als nach fünf Monaten immer noch kein Auftrag da war, habe ich zu meiner Frau gesagt, ich habe den Fehler meines Lebens gemacht“, erinnert sich Kopfmann. Es war eher die richtigste Entscheidung seines Lebens: Heute beschäftigt die Kopfmann Elektrotechnik GmbH 60 Mitarbeiter, 12 Auszubildende und macht sechs Millionen Euro Umsatz im Jahr. Hauptsächlich mit Industrie- und Gewerbeunternehmen.

Zwei Kopfmänner und ein Haufen Handballer: Ohne das Sponsoring von Reinhold und Carmen Kopfmann (vorne rechts) wäre Drittliga-Handball bei der SG Köndringen-Teningen wohl gar nicht möglich.

 

Den ersten Auftrag erteilte seinerzeit der bekannte Teninger Landarzt und ZMF-Gründer Alex Heisler dem jungen Selbstständigen Kopfmann. Hernach zog das Geschäft an, die Baufirma Bilfinger buchte den neuen Betrieb, der aber immer noch keine festen Angestellten hatte. „Samstags hatten wir mal 25 630-Mark-Jobber hier, am Montag war ich wieder alleine“, erzählt der Handballförderer, der sich unter anderem beim Drittligisten SG Köndringen-Teningen engagiert.

 

Während andere, auch große Betriebe in den vergangenen 20 Jahren von der Bildfläche verschwanden, wuchsen die Teninger kräftig. „Wir haben uns auf die Marktführer in den verschiedenen Branchen konzentriert. Die wachsen, also sind wir mitgewachsen und werden auch weiter wachsen.“ Deswegen suchen Kopfmann und die designierte Nachfolgerin als Firmenchefin, Tochter Carmen Kopfmann, auch jetzt wieder gut ausgebildete Fachkräfte und neue Auszubildende, die die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik einschlagen wollen. Um auf sich aufmerksam zu machen, gibt es Kooperationen mit der Walther-Rathenau-Gewerbeschule in Freiburg – wo Kopfmann den Nachhilfeunterricht sponsert – oder mit Schulen in Freiamt, Köndringen oder auch in Rust, wo der Unternehmer gerade ein Wohn- und Geschäftshaus baut.

Ausflug:  Zum 20-Jährigen fuhr fast die ganze Firma vom Stammsitz in Teningen (oben) nach Paris.

 

„Die Elektrobranche ist eine Wachstumsbranche“, sagt Kopfmann, „in jedem Raum gibt es heute viel mehr Technik als noch vor 20 Jahren. Wir müssen die jungen Leute für die Technik begeistern.“ Wer bei ihm seine Ausbildung macht, hat den Vorteil, dass er auch die großen Projekte mitkriegt, wie die neue Unibibliothek in Freiburg, den Umbau des Chemie-Hochhauses im Uni-Viertel oder den Neubau des Distributionsgebäudes für den Sensorhersteller Sick in Waldkirch. Für seine gute Ausbildung wurde Kopfmann im vergangenen November in Hamburg beim Wettbewerb „Mein Engagement macht Schule!“ vom bundesweiten Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT aus den Händen von Staatssekretär Ernst Burgbacher der zweite Preis überreicht. Die Urkunde hängt an der Wand am Firmensitz in der Teninger Brühlstraße. Vier von fünf Azubis werden hier übernommen. Sogar der allererste Auszubildende Klaus Hoyer ist heute noch im Betrieb – in leitender Funktion.

 

Leiten ist auch für Kopfmann das tägliche Geschäft. „Ich verstehe mich aber eher als Coach statt als Chef.“ Hoyer spielte seinerzeit wie Kopfmann auch in Teningen Handball, so wie der Projektbetreuer Marco Kern. Aus der B-Jugend beginnt bald Fabian Hörsch seine Ausbildung. „Ich bin dem Handball schon seit D-Mark-Zeiten sehr verbunden“, erzählt Kopfmann. „Der Sport wäre ohne solche Menschen wie Reinhold nicht möglich, die sich mit Leib und Herz für den Verein engagieren“, sagt der Teninger Vereinsvorsitzende Markus Keune. Kopfmann Senior war einst auch mal zweiter Vorsitzender der SG. Und auch in dieser Hinsicht folgt Tochter Carmen ihrem Vater: Sie ist die Vorsitzende im Reitverein Teningen-Köndringen.

 

Text: Lars Bargmann / Fotos: © Kopfmann/ bar