Handwerk geht mit der Kampagne „Nicht ohne unsere Meister“ in die Offensive

Unter dem Motto „Nicht ohne unsere Meister“ startet die Handwerkskammer Freiburg (HWK) in diesem Jahr eine neue Kampagne. „Wir sind stolz auf unser Handwerk. Wir müssen uns nicht verstecken“, erklärt HWK-Präsident Paul Baier, „unser stärkstes Pfund ist die duale Ausbildung, die im Meister gipfelt.“ Mit ihrem Jahresmotto setzt sich die HWK zum Ziel, die Betriebe darin zu unterstützen, die populären Aspekte ihres täglichen Tuns nachhaltig im Bewusstsein der Menschen zu verankern und das Handwerk noch deutlicher als Garant für Regionalität und Qualität in der Öffentlichkeit zu positionieren. „Um diese Garantie aufrechterhalten zu können, brauchen wir aber bestimmte Voraussetzungen und Regeln“, betont Baier. Dazu gehöre der Meister als bewährtes Rüstzeug für Selbstständigkeit und Unternehmertum. Die Meisterqualifikation biete eine exzellente Basis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

HWK

 

Die Debatte um Zugangsbeschränkungen auf europäischer Ebene ist der Handwerkskammer Freiburg eine Warnung. Zehn Jahre nach der Novellierung der Handwerksordnung (damals wurde im Rahmen der Agenda 2010 die Anzahl der meisterpflichtigen Handwerke von 94 auf 41 Handwerke reduziert), gerät die Meisterpflicht erneut in Bedrängnis. „Es ist absurd, dass aktuell Debatten zur Vereinheitlichung europäischer Ausbildungsstandards geführt werden, was zwangsläufig zu einer Absenkung des Niveaus auf deutscher Seite führen würde“, ärgert sich Kammerhauptgeschäftsführer Johannes Burger.

 

Neben der Qualität der Ausbildung ist auch die Ansprache neuer Zielgruppen für das Handwerk ein Thema. Seit Jahren steigt im Handwerk die Quote der Auszubildenden mit Abitur, aktuell liegt sie bei rund zehn Prozent. Auch für die wachsende Gruppe der Studienabbrecher bietet das Handwerk mit seinen über 130 Ausbildungsberufen attraktive Perspektiven. Gleichzeitig zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Die Grenzen zwischen akademischer und beruflicher Bildung werden durchlässiger.

 

Prominente Unterstützer
Die HWK Freiburg hat jetzt eine Resolution zur Stärkung der dualen Ausbildung und des Meisters auf den Weg gebracht. Hierfür hat die Kammer die Unterstützung der Politik organisiert: 26 von 28 Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Südbaden haben die Resolution unterschrieben und damit ein starkes Signal aus Südbaden für den Meistertitel gesendet. „Die Politik steht hinter uns“, freut sich Burger. Die Kammer sucht aber auch die Rückendeckung Südbadens in Form einer Testimonial-Kampagne. Persönlichkeiten aus der Region bekennen sich dabei zum Meister. „Wir sind stolz, dass wir als erste Unterstützer den Vorsitzenden des SC Freiburg, Fritz Keller, und den Direktor des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme, Prof. Dr. Eicke Weber, gewinnen konnten“, so Burger.

 

Text: chilli / Foto: BZ

 

Info: www.hwk-freiburg.de