Duale Studiengänge verzeichnen stetige Zuwachsraten

Die Dynamik dualer Studiengänge ist ungebrochen: Die Ausbildung-Plus-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verzeichnete im Jahr 2013 mit 11,4 Prozent eine zweistellige Zuwachsrate bei der Anzahl dualer Studiengänge für die Erstausbildung. Die Datenbank erfasst damit aktuell 1014 duale Studiengänge mit einer gleichzeitigen Ausbildung im Betrieb und an einer (Fach-) Hochschule beziehungsweise Berufsakademie. Hinzu kommen inzwischen weitere 447 Studiengänge für die Weiterbildung. Die Zahl der bei Ausbildung-Plus registrierten Studierenden stieg von rund 41.000 im Jahr 2004 auf rund 64.400 im Jahr 2013. Vor allem die Universitäten erweiterten im vergangenen Jahr ihre dualen Angebote von 30 auf 57 Studiengänge – ein auffälliger Anstieg, da hier in den Vorjahren kaum Veränderungen festgestellt werden konnten.

 

Traditionell sind duale Studiengänge vor allem in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften oder in der Informatik zu finden. Dieses Angebot wurde durch neue Fachbereiche weiter ausdifferenziert. Die größte Entwicklung vollzog sich aber im Sozialwesen: Hier wuchs das Angebot um fast ein Drittel auf aktuell 41 in der Datenbank eingetragene Studiengänge. Als eine Erklärung kann der demografisch bedingte Fachkräftebedarf im Gesundheits- und Pflegewesen genannt werden. Außerdem fallen in diese Fachbereiche duale Studiengänge wie Soziale Arbeit und Sozialpädagogik, die auf wachsendes Interesse stoßen.

Die Theorie-Praxis-Verschränkung ist die Stärke dualer Studiengänge. Das sehen auch immer mehr Interessenten so.

 

Auch im kreativen Bereich entstehen vermehrt Angebote dieser Studienform: Dazu zählt zum Beispiel der Studiengang Designmanagement, der im Studienjahr 2012/2013 erstmalig angeboten wurde.

 

Duale Studiengänge greifen mit der Kooperation mindestens zweier Lernorte ein zentrales Prinzip der beruflichen Bildung auf. Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung berät, stellt in seinem Positionspapier zu dualen Studiengängen vom Oktober 2013 die Bedeutung dieser Theorie-Praxis-Verschränkung heraus. Er definiert die Verzahnung zwischen betrieblichem und hochschulischem Lernort durch entsprechende curriculare und organisatorische Ausgestaltung als zentrales Qualitätskriterium bei der Kategorisierung dualer Studiengänge.

 

Zum Hintergrund: Ausbildung-Plus ist ein Projekt des BIBB, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Herzstück ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert. Interessierte Jugendliche können die Datenbank kostenlos nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – zum Beispiel Betriebe, (Fach-) Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote kostenfrei veröffentlichen.

 

Text: BZ/Huber / Foto: BWV Bildungsverband

 

Info: www.ausbildungplus.de