Damit Hospitanten sich über ihre Stellung im Klaren sein können, müssen sie ihre Rechte kennen. Welche das sind, ist unterschiedlich, da es keine gesetzliche Regelung speziell für Praktika gibt.

Praktikant

 

Das Bundesarbeitsgericht definierte 2003 ein Praktikum als vorübergehende Tätigkeit in einem Betrieb zum Erwerb praktischer Kenntnisse. Entscheidend sind die Inhalte des Praktikums. Steht das Lernen im Mittelpunkt oder die Mitarbeit im Unternehmen?

Eindeutig ist der Fall bei Schülerpraktika oder Pflichtpraktika während des Studiums. „Rechte und Pflichten im Praktikum sind durch die Ausbildungs- und Studienordnungen klar geregelt“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Ein gesetzlicher Anspruch auf Vergütung bestehe nicht. Der Praktikant hat daher auch keine Arbeitnehmerrechte wie Kündigungsschutz oder Urlaubsanspruch.

Deutlich mehr Rechte hat, wer aus freien Stücken bei einem Unternehmen hospitiert: Wenn das Praktikum dem Erwerb von neuen Kenntnissen und Fähigkeiten dient, fällt es unter das Berufsbildungsgesetz, das Ausbildungsverhältnisse regelt. Der Gedanke dabei ist: Lerninhalte gegen Arbeitsleistung. Es wird kein Arbeitslohn gezahlt, bei längeren Praktika besteht aber Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Nach Ablauf einer Probezeit kann der Arbeitgeber dem Praktikanten nicht mehr ohne weiteres kündigen. Dauert das Praktikum länger als einen Monat, besteht auch ein Anspruch auf Urlaub.

Ein wichtiger Punkt ist das Praktikumszeugnis: „Man kann vom Arbeitgeber eine Praktikumsbestätigung verlangen“, sagt Bredereck. Wer eine qualifizierte Beurteilung wolle, sollte das im Vorfeld ansprechen. Neben Dauer und Art des Praktikums enthalte sie auch die erlernten Fähigkeiten und erbrachten Leistungen.

Praktikanten sollten auf einen Praktikumsvertrag bestehen, der Ausbildungsinhalte und Arbeitszeiten regelt. Je mehr im Vorfeld vereinbart wird, desto eher können Missverständnisse ausgeschlossen werden.


Text & Foto: BZ