Die Erfahrung, die Augen nur nacheinander und nur gegen massiven Widerstand öffnen zu können, hat wohl schon jeder erwachsene Mensch gemacht. Wobei es sich nicht immer um die Kon­sequenz übermäßigen Alkoholkonsums handelt: Eine ordentliche Grippe tut’s auch. Oder eine handfeste Migräne.

 

Wobei die Letztere gelegentlich mit dem Ersteren zusammenhängt. Oder mit der Verinnerlichung anderer Substanzen: Mit deren Folgen nämlich sieht sich Letteri konfrontiert, als er an diesem Montag die Augen endlich aufkriegt – und beim ersten Aufrichtungsversuch von Schwindel gepackt wird. Welcher sich beim endgültigen Aufstehen zu einem wahren Hurrikan auswächst.

 

Die Versuchung zur Rückkehr ins Bett ist groß, doch er hat sich zusammen mit seinem Bruder Lefa als Umzugshelfer verdingt. Ausgerechnet für einen der Tage, an denen „man sich besser bedeckt hält, die Dinge auf sich zukommen lässt.“ So, wie die beiden es eigentlich immer machen, wenn sie die ewig ungelöste Frage nach dem Geld für ihre diversen Rauschmittel nicht gerade zu einem Gelegenheitsjob zwingt. Im schrott­reifen Transporter brechen sie auf – und geraten in ganz andere Schusslinien als die gewohnten.
Ein entwaffnend direkter Roman mit großartigen kleinen Wortverrenkungen: Vergnügen garantiert.

 

Als ich aufwachte, war so sehr Montag, dass es wehtat
Als ich aufwachte, war so sehr Montag, dass es wehtat
von Mikko Rimminen
Verlag:
dtv Premium, 2017
219 Seiten,
Taschenbuch
Preis: 15,90 Euro

 

Text: Erika Weisser