Elektronisch. Eindringlich. Einhornig. Das Elektro-Pop-Duo Casu aus Freiburg und Mannheim macht Sound, der in keine Schublade passt. Mit ihrem Debütalbum bauen sich die beiden lieber einen eigenen Schrank mit vielen neuen leuchtenden Fächern.

 


„Unlove. Unbreak“ ist innovativ. Was Luisa Röbbelen alias Philla und Drummer Silas Benz in zwölf Songs gepackt haben, fesselt vom ersten Ton. „Hearts can never unbreak“ singt Philla in „Drip“. Dauerschleife. Synthie-­Sounds schwirren durch den Raum, Vocalfetzen leiten zum Refrain über. Tolle Stimme, guter Flow, große Produktion.

 

Jeder Song steht für sich, ausgefeilt bis in letzte Details. Und überrascht mit Effekten, Brüchen, Kanten. Röbbelen singt und rappt, spielt Piano, dreht am Synthesizer. Damit zerlegt, bearbeitet und verfremdet sie nicht nur im Studio Sounds, sondern auch live. Drummer Silas Benz sorgt für den Punch.

 

Soundtechnisch klingt das nach Raum­schiff, nicht nach Freiburg. Nach Laser, Latex, LEDs statt nach Bächle. Mit „Unlove. Unbreak“ kann man sich treiben lassen. Oder tanzen. Wie beim trashigen „Inner Pigdog Daze“, dessen Groove auch Falco gefallen hätte. Bei Casu klingt das nicht einfältig, sondern fresh. Manchem vielleicht zu futuristisch. Aber dann mag man auch keine Einhörner.

 

 

 

 

Mehr zu Casu gibt’s auf deren Facebookseite.

 

Text: Till Neumann

 

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