Musik ist Grundnahrungsmittel, sagen Claudia Spahn und Bernhard Richter in ihrem Buch „Musik mit Leib und Seele“. Die Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin zeigen darin, was wir mit Musik machen und sie mit uns. chilli-Redakteur Till Neumann hat mit Claudia Spahn (53) darüber gesprochen.
 

 
cultur.zeit: Frau Spahn, welche Nährstoffe sind im Grundnahrungsmittel Musik enthalten?
Spahn: Alle lebenswichtigen Vitamine. Musik ist ein gesundes Grundnahrungsmittel, voll biologisch und sehr schmackhaft. Ohne fehlt uns etwas (lacht).
 
cultur.zeit: In Ihrem Buch steht, Musik steigert die Lebenserwartung. Wie denn das?
Spahn: Musik regt uns an, wir musizieren mit allen Sinnen. Wir nutzen so die Möglichkeiten unseres Körpers und unserer Seele, drücken uns emotional aus. Musik hält uns außerdem fit, sie ist innere und äußere Bewegung. Singen setzt sogar Endorphine frei.
 
cultur.zeit: Kann Musik ungesund sein?
Spahn: Musik an sich ist immer gesund. Wir können aber ungesund damit umgehen, zum Beispiel, indem wir sie zu laut hören und uns die Ohren kaputt machen. Das ist wie beim Essen: Zu viel ist nicht gut. An sich ist Musik aber total positiv.
 
cultur.zeit: Musik ist heute immer verfügbar …
Spahn: Ja, wir können sie quasi immer hören. Wichtig ist aber, Musik selbst zu machen. Früher war es selbstverständlich, ein Instrument zu spielen oder zu singen. Das Buch soll anregen, Musik aktiv wahrzunehmen. Sie muss ja nicht immer super glatt sein. Eine Welt ohne Musik wäre schrecklich öde. Das mag man sich gar nicht vorstellen.
 
Text: cultur.zeit / Foto: © Freiburger Institut für Musikermedizin