Ein paar Jahre war es ruhig um den Freiburger Rapper Sokom. Jetzt hat er sich zum 29. Geburtstag selbst beschenkt: „Nur für mich“ heißt die Platte. Auf zehn Songs rappt Timo Horl über die Launen des Lebens, das verkommene Rapgeschäft und Sandkastenerlebnisse.
 

 

„Bist du bereit, um das Rad neu zu erfinden?“, heißt es im Intro. Dabei macht Sokom, was er schon früher tat: Er reiht geschliffene Reime aneinander wie nur wenige in dieser Stadt. Deutschrap der guten alten Schule zu feinen Beats von Uncle Rafa, Tarantino Beats, Oliver Noise und Jay Baez. Sokom kommt reflektiert daher, die „Faker“ kriegen dennoch ihr Fett weg: „Die Rapper da draußen sind wirklich alle scheiße“, heißt es in „Achtung“.

 

Vom HipHop-Business ist Sokom genervt. Er schwebt lieber über den Dingen, wie in „Spring“. Zu staubtrockenen Drums rappt er gegen die Schwerkraft: „Ich werd’ aus Elefanten Mücken machen, solange dran glauben bis mir Flügel aus dem Rücken wachsen“. Das wirkt. Mit AndOnez und Balance hat er wortgewandte Verstärkung, eine Frauenstimme fehlt dafür. Denn Sokoms Gesangsversuche sind ausbaufähig. Das tut dem Ganzen aber kaum einen Abbruch: Deutsch-rapfans der 90er werden den reflektierten Raptrip feiern. „Nur für mich“ gibt’s schließlich für alle. Gut so.

 

Text: Till Neumann

 

 

Musik-Rezension: Sokom