Mal glockenhell, mal wie abwesend verträumt – ist das Kate Bush? Nein, Isgaard. Gebürtige Husumerin. Vor einer kleinen Ewigkeit mal mit „Golden Key“ bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Sieben Alben sind es seither geworden, produziert mittlerweile von Jens Lueck.
 

 
Whiteout ist eine Reise dahin, wo Materie keine Rolle mehr spielt, aber irgendwo immer etwas in der Luft schwebt – ihre beeindruckende Stimme. Die über bizarre Landschaften gleitet, einen Sarg beim Versenken in die Erde zart begleitet und dann plötzlich wie eine gewaltige Fumarole nach oben schießt („Tikdabra“), wenn das Streichorchester einsetzt, Art-Pop mit Folk verschmilzt – hier und da meint man, in der Dramatik der Stücke die alten Marillion zu finden, die einen zuweilen auch so mitgenommen haben – auf eine Reise ins Whiteout.
 
Immer atmosphärisch, manchmal ein bisschen sehr elegisch, aber beim zweiten, dritten Hören durchaus auch eingängig. Viel Emotion, viel Nachdenkliches, auch Politisches, eingekleidet in Klangteppiche, die jeder Multimediashow oder auch manchem Film das besondere Etwas geben können. Wie den Island-Filmen von Stefan Erdmann. Wollt ihr hören? Am 6. Januar spielt Isgaard in der Reithalle in Offenburg.
 
Text: Lars Bargmann