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KULTUR

 

Filmkritik des Tages: Young Adult

23. February 2012
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Schöne Schlampe

Außen zwar noch ganz ansehnlich, innen aber ziemlich abgenutzt: Eine junge Erwachsene ist Mavis laut Filmtitel. Doch die 37-jährige Blondine ist weder jung noch erwachsen. Als ewiger Teeanger hat sie sich nicht die guten, unschuldigen Seiten bewahrt, sondern die zickigen. Für Mavis ist das Leben ein Hofstaat, der ihr gefälligst zujubeln soll. In der Highschool hat das noch ganz gut geklappt. Doch die Zeiten sind in Jason Reitmans tragischer Komödie “Young Adult” längst vorbei. Trotzdem setzt die brillante Charlize Theron in der Hauptrolle Himmel und Hölle, vor allem Hölle, in Bewegung, um ihre längst verwelkte Jugend festzuhalten.
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Filmkritik des Tages: I’m Still Here
– mit Gewinnspiel

22. February 2012
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Alles nur ausgedacht

Es war ein großer Coup: Joaquin Phoenix teilte vor mehr als drei Jahren mit, dass er nicht mehr als Schauspieler arbeiten wolle. In der Folge versuchte sich der fabelhafte Hauptdarsteller des Johnny-Cash-Biopics „Walk The Line“ (2005) als Rapper – optisch verwildert, geistig wirr. Was in dieser Zeit passierte, zeigt die Pseudo-Doku „I’m Still Here“ (2011, Regie: Casey Affleck) nun auf DVD und Blu-ray Disc. In die deutschen Kinos hatte die Mockumentary nur 5.600 Zuschauer gelockt: weil die Filmemacher zuvor verraten hatten, dass alles nur ausgedacht war.
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Filmkritik des Tages: Sound of Noise

21. February 2012
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Mit Taktgefühl am Presslufthammer

Der Bankier schreit hysterisch auf: Gerade hat eine Gruppe Maskierter seine Filiale gestürmt und begonnen, einzelne Banknoten durch den Schredder zu jagen. Zusammen mit den dumpfen Schlägen der Stempel und dem Klappern der Tastaturen wird aus dem Geräusch das Stück “Money 4 U Honey”. Der Auftritt ist der zweite in einer ganzen Reihe von musikalischen Anschlägen, die die Trommel-Guerilla im friedlichen Malmö noch verüben wird: Bagger und Presslufthammer, OP-Besteck und Wohlstandsplauzen – auf allem, aus allem machen sie Musik. “Sound of Noise” (2010) folgt der Truppe auf ihrem Weg durch die Stadt. Die schräge schwedische Komödie ist jetzt auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich.
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CD-Rezension: Max Prosa

20. February 2012
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Der Name ist Programm

Junge Männer mit Gitarre, die Lagerfeuerstimmung in ihrer Musik verbreiten. Immer mehr von ihnen tauchen in den Charts auf. Max Prosa ist der neueste dieser Art. Er war bereits mit dem Häuptling dieses Stammes, Clueso, auf Tour, war bei Inas Nacht und TV Noir zu Gast. Im zarten Alter von 22 hat seine Karriere einen guten Anfang. Der Name ist Programm: Prosas Musik handelt von Gefühlen und Erfahrungen, die man seinem Alter nur schwer abnehmen kann – es aber am Ende doch tut.
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Filmkritik des Tages: Gefährten

20. February 2012
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Pferde-Porno

Es fällt wirklich nicht ganz leicht, dies zu sagen: Aber eigentlich könnte man einen Porno auch als eine Form von Manipulation definieren, die unter Einsatz möglichst geschickt platzierter Reize beim Betrachter genau eine Reaktion auslöst – diese aber garantiert. Auch viele Filmfans lassen sich gerne stimulieren oder verführen. Zur Tränen-Erguss-Maschine degradiert zu werden, ist allerdings unschön. Steven Spielbergs “Gefährten” ist ein hochmanipulatives Rührstück – mit einem sehr gut aussehenden, virilen, in jeder Muskelfaser vibrierenden, wild schnaufenden, dampfenden Hauptdarsteller. Einem Hengst. Es fällt schwer, diesen Film zu mögen. Entziehen kann man sich seiner Wirkung nicht.
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Filmkritik des Tages: Yoko

19. February 2012
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Rettet den Yeti

Pia (Jamie Blick) wollte in ihrem Baumhaus eigentlich allein sein. Kaum ein Jahr ist es her, dass der Vater der Elfjährigen starb und das Mädchen ist immer noch nicht darüber hinweg. Doch was ist das? Ein großes, wuscheliges Ungetüm hat sich zwischen ihren Sachen breitgemacht. Pias Entsetzen ist verständlich: “Wir haben ein Monster im Garten!” Doch ihrer kleinen Schwester Marcella (Lilly Reulein) fällt nur eines dazu ein: “Cool!” Wie sich herausstellen soll, wäre jede Panik sowieso unbegründet: “Yoko”, der Held des gleichnamigen Kinderfilms, ist ein sehr zutraulicher Yeti und noch dazu mit Zauberkraft ausgestattet. Den kleinen Zuschauern dürfte es ebenso leicht fallen, sich auf ein Abenteuer mit ihm einzulassen, wie Pia und Marcella. Erwachsene sollten eine große Kitsch-Toleranz mitbringen.
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Buch-Rezension: Niceville

18. February 2012
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Amerikanische Abgründe

In Niceville verschwinden mehr Menschen als an anderen Orten. Ob das irgendetwas mit dem mysteriösen Wasserloch in der Stadtmitte, dem Crater-Sink, zu tun hat? Ansonsten leben in der idyllisch gelegenen Stadt natürlich auch eine Menge interessanter Menschen. Da ist etwa Polizeiermittler Nick Kavanaugh, der ein düsteres Geheimnis aus seinen Army-Tagen mit sich herumträgt.
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Filmkritik des Tages:
Extrem laut und unglaublich nah

18. February 2012
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Ahnenforschung einmal anders

Oskar hat eine scheinbar unlösbare Aufgabe vor sich. Sein Vater, der Juwelier Thomas Schell, kam bei den Anschlägen am 11. September 2001 im World Trade Center ums Leben. Zwei Jahre nach dem “schlimmsten Tag”, wie Oskar ihn nennt, findet der in sich gekehrte Neunjährige in Papas Kleiderschrank einen Schlüssel, aber keinen Hinweis darauf, in welches Schloss er passt. Und weil sein Vater nie etwas dem Zufall überließ und seinen Sohn schon zu Lebzeiten animierte, genauer hinzusehen (“Wenn man glauben will, findet man Gründe dafür”), macht Oskar sich minutiös auf die Suche – nach dem Schlüsselloch, nach Vergangenheit, Gegenwart und nach der Lösung des letzten Rätsels seines Vaters, nach Fremden und Familie und somit am Ende auch nach sich selbst.
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chilli-Tipp: Uta Köbernick

17. February 2012
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Humor ist eine ernste Sache

Für Uta Köbernick ist Humor eine ernste Sache. Mit „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Liebe“ hat ihr Abend in etwa so viel zu tun wie ein Liebeskuss mit dem Biss in eine Zitrone. Sie besingt mit unschuldiger Miene und spitzer Zunge den Siegeszug des Scheiterns und führt ihr Publikum nebenbei aufs Glatteis menschlicher Abgründe.
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Filmkritik des Tages: Der Ruf der Wale

17. February 2012
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Fauler Zauber

Der Ölbaron kann sein Glück nicht fassen: Da kniet er, Auge in Auge mit einem Wal! Begeistert lacht er selbst dann noch, als das Riesenvieh ihm eine Fontäne gefrorenen Schnodders ins Gesicht bläst. Der Mann, der vor ein paar Wochen noch seelenruhig alle Wale der Beaufortsee hätte krepieren lassen, kann sich nun dem Zauber der Meeressäuger nicht entziehen. Ebensowenig wie der Zuschauer. Darauf zumindest setzt Regisseur Ken Kwapis in seiner Umweltschmonzette “Der Ruf der Wale” – und irrt sich.
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