Rennend zum Amerikanischen Traum

Im amerikanischen Kino gibt es viele pathetische Helden- und Erfolgsgeschichten wie diese, und gerne geht es hierbei um das Thema Sport. Um Mannschaften, die ihren Teamspirit noch finden müssen. Oder andere, die erst ihre eigenen Grenzen, Schwächen oder Vorurteile überwinden müssen, um dann auf der Zielgeraden den verdienten Sieg davonzutragen. Dieser geht in der Regel einher mit einem moralischen Triumph. Im Fall von „City of McFarland“ hat sich die „Whalerider“-Regisseurin Niki Caro, die eine gewisse Affinität zu Sozialdramen besitzt, an einen solch erbaulichen Plot gewagt. Der basiert allerdings auf Fakten und trägt nicht so dick auf wie üblich.

Jim White (Kevin Costner) ist ein taffer Trainer.

 

Jim White (Kevin Costner) ist der taffe Football-Trainer einer verwöhnten Football-Mannschaft an einer amerikanischen Highschool. Disziplin und Härte sind seine Maximen, dabei geht immer wieder sein Temperament mit ihm durch. Als er einem seiner Spieler einen Schuh an den Kopf wirft, ist er erneut seinen Job los. Nur an einer Highschool im südkalifornischen McFarland, einem der ärmsten Orte im Land, findet er eine Stelle als Assistenz-Coach. Hier ist kein Spielraum für den amerikanischen Traum, hier gibt es nur die bittere Realität der hart arbeitenden, mexikanisch-stämmigen Einwohner, deren Kinder keine Zukunft haben. Auch für White und seine Familie ist es ein schwieriger Neuanfang.

Rennend zum Amerikanischen Traum

 

Nach einem Konflikt mit dem Chef-Trainer Jenks (Chris Ellis Jr.) wird Jim weiter degradiert und darf fortan das wenig motivierte Leichtathletik-Team betreuen. Es ist ein lustloses Training, bis Jim das Talent einiger Jungs erkennt – weil sie Tag für Tag über die Felder laufen, von der Schule, zur Arbeit und nach Hause. Kids wie diese sind hart im Nehmen, die beste Voraussetzung für den nötigen Biss. Andererseits haben ihre Eltern wenig Verständnis für die sportlichen Ambitionen des privilegierten Neuankömmlings White. Doch mit der Zeit gelingt es ihm als Coach, aus einer Truppe mittelloser Jungs die besten Läufer im Staat Kalifornien zu machen.

Rennend zum Amerikanischen Traum

 

Zugleich lernen White und seine Familie die Menschen aus McFarland besser kennen, ihre Art zu leben, ihre Herzlichkeit. Für den kategorisch denkenden White eine ganz neue Erfahrung. Insofern macht Jim White eine heldentypische Veränderung durch, die auch seiner charismatischen Frau Cheryl (Maria Bello) widerfährt, als sie McFarland zu ihrem Zuhause erklärt. Diese Erkenntnis ist erwartbar, aber keineswegs kitschig verpackt. Das ist das Verdienst von Niki Caro, die erfreulicherweise nicht so dick aufträgt, wie es sonst im Genre des Sportdramas üblich ist. Stattdessen widmet sie sich mit großer Ernsthaftigkeit den Figuren und ihren Ängsten. Der Sieg ist da letztlich Nebensache.

 

Insofern ist „City of McFarland“ kein Film, der das Genre neu erfindet. Aber einer, der aber aufgrund seiner Herangehensweise und Machart durchaus sehenswert ist.

 

 

Text: Heidi Reutter / Fotos:© DISNEY
Quelle: teleschau – der mediendienst

 

"City of McFarland" erzählt vom amerikanischen Traum.

 

 

 

Filmbewertung: überzeugend
Originaltitel: McFarland
Genre: Drama
Freigabealter: ab 0 Jahren
Verleih: Disney
Laufzeit: 129 Min.