Wie du mir, so ich dir

Auf Matthias Schweighöfer ist Verlass. Und der Schauspieler und Regisseur verlässt sich ebenfalls gerne auf bekannte Mitstreiter. Das Drehbuch zu „Der Nanny“ verfasste Murmel Clausen, der bereits die Romanvorlage zu für Schweighöfers „Vaterfreuden“ (2014) schrieb. Und wie in seinem Kinoklamauk „Schlussmacher“ (2013) arbeitet der Komödienprofi erneut mit seinem bemerkenswerten Schauspielkollegen Milan Peschel. Wobei ihm Letzterer in der titelgebenden Rolle wieder seine Pläne durchkreuzt, was in diesem turbulenten Familienfilm für eine Menge Ärger und – natürlich – für Lacher sorgt.

Rache ist süß: Mieter Rolf (Milan Peschel, rechts) versucht als "Der Nanny", das Leben von Baulöwe Clemens (Matthias Schweighöfer) zu sabotieren.

 

Baulöwe Clemens Klina (Schweighöfer) hat kaum Zeit für seine Kinder Winnie (Paula Hartmann) und Theo (Arved Friese), denn er steckt gerade mitten in den Planungen zum größten Projekt seiner bisherigen Karriere. Die Verträge sind so gut wie unterschrieben, aber um endlich loslegen zu können, muss Clemens noch einige Mieter aus den Wohnungen vertreiben, die er abreißen will im Zeichen der Gentrifizierung. Einer der Bewohner ist Rolf Horst (Milan Peschel), der dem skrupellosen Unternehmer eine Lektion erteilen will: Er heuert bei Clemens undercover als männliche Nanny an. Auf die Art und Weise will er den Hausherrn manipulieren.

 

Doch leider hat Rolf die Rechnung ohne die Kids gemacht. Die beiden Satansbraten haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre Nannys innerhalb kürzester Zeit wieder aus dem Haus zu ekeln. Dafür ist ihnen jedes Mittel Recht, weshalb auch Rolf seinerseits härtere Bandagen anlegt. Und während er zugleich versucht, seine Wohnung und sein Zuhause zu retten, wachsen ihm die beiden Plagegeister allmählich ans Herz, weil er für sie endlich der Vater ist, den sie in Clemens bis dato nie hatten.

Clemens' Tochter Winnie (Paula Hartmann) ist mit allen Wassern gewaschen.

 

Bei Kinoliebling Schweighöfer weiß man in der Regel, was man bekommt. Aber anders als in seinen bisherigen Filmen, in denen er als Frauenschwarm glänzte, gibt Schweighöfer hier den geldgierigen, aalglatten Geschäftsmann, dem seine Mitmenschen und seine Kinder im Grunde egal sind. Sein Geschäftspartner, brillant und lustvoll gespielt von „Circus Halligalli“-Star Joko Winterscheidt, tickt da nicht anders. Milan Peschel gibt erfrischend den Gegenpart als einfacher, aber liebevoller und grundanständiger Mensch. Denn Rolf hat zwar kein Geld, aber dafür ein Herz mit Verstand und erspielt sich auf diese Weise nicht nur die Sympathien von Clemens’ Kindern, sondern auch die der Zuschauer.

 

Es ist zum Großteil Milan Peschels Verdienst, dass diese Großstadtkomödie trotz der vielen Klischees überraschend unterhaltsam ist. Gelungen sind auch viele Dialoge, außerdem macht es Spaß, Werbe-Star Friedrich Liechtenstein und Ex-„Lindenstraße“-Darsteller Christian Kahrmann in Nebenrollen wiederzusehen. Obendrein enttäuscht Schweighöfer auch seine männlichen Zuschauer nicht: rasante Fahrten, Sex unter Medikamenteneinfluss und ein geschrotteter Ferrari bieten die Action, die gutes Popcorn-Kino braucht.

 

Text: Heidi Reutter / Fotos: © Warner
Quelle: teleschau – der mediendienst

 

 

Fieser Baulöwe engagiert männliche Kinderbetreung: "Der Nanny" heißt die neue Komödie von Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer.

 

 

 

Filmbewertung: akzeptabel
Genre: Komödie
Freigabealter: 6
Verleih: Warner
Laufzeit: 119 Min.