Fortsetzung folgt?

Fortsetzung … oder doch nicht? Monatelang mussten die Fans von Kerstin Giers sogenannter Edelstein-Romantrilogie bangen, wie es nach der Verfilmung von „Rubinrot“ weitergeht. Denn trotz ansehnlicher Fanbasis, beachtlichem Staraufgebot und traumhafter Ausstattung fand der Auftaktfilm der deutschen Fantasyreihe im Frühjahr 2013 keine 500.000 Zuschauer. Im Herbst 2013 konnten Regisseur Felix Fuchssteiner und sein Team die Arbeit an der Zeitreise-Reihe jedoch wieder aufnehmen und für „Saphirblau“ einmal mehr die schönsten Ecken Londons in Thüringen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg suchen.

Gwen (Maria Ehrich) misstraut dem Grafen von St. Germain (Peter Simonischek). Der ist aber auch nicht sonderlich nett zu ihr.

 

In London nämlich sitzt die geheimnisvolle Loge, der Gwen (Maria Ehrich) seit Kurzem gezwungenermaßen angehört: In „Rubinrot“ entdeckte die Schülerin, dass sie aufgrund eines Gendefekts, der alle paar Generationen in der weiblichen Linie ihrer Familie auftritt, in die Vergangenheit reisen kann. Da die Schicksale der Zeitreisenden seit jeher eng an die Loge geknüpft waren, soll nun auch Gwen in ihrem Auftrag agieren – gemeinsam mit ihrem Zeitreisepartner Gideon (Jannis Niewöhner), der der frischgebackenen Zeitenbummlerin gehörig den Kopf verdreht. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Oder spielt er ihr nur etwas vor, um sie besser für den zwielichtigen Logengründer, den Grafen von St. Germain (Peter Simonischek), im Auge behalten zu können?

Gwen (Maria Ehrich) ist in Gideon (Jannis Niewöhner) verliebt. Aber kann sie ihm auch trauen?

 

Viel muss erklärt und zurück ins Gedächtnis gerufen werden, bevor die Handlung endlich voranschreiten kann, und dann endet sie ohne richtiges Finale – das klassische Problem eines „mittleren“ Films, mit dem auch „Saphirblau“ so seine liebe Not hat. Selbst wenn „Rubinrot“ noch recht frisch im Gedächtnis ist, fällt es nicht immer leicht, dem Geschehen auf der Leinwand zu folgen, Personen zuzuordnen und das Verhalten der Figuren nachzuvollziehen. Dabei sind Felix Fuchssteiner und die inzwischen zur Co-Regisseurin aufgestiegene Autorin Katharina Schöde sehr bemüht, die Zuschauer mit den notwendigen Informationen zu versorgen, auch über die einleitende Zusammenfassung des ersten Teils hinaus.

Was wissen Paul (Florian Bartholomäi) und Lucy (Josefine Preuß)?

 

Die vielen erklärenden Dialoge mögen also zuschauerfreundlich gemeint sein, sie stören den Fluss des Films zuweilen jedoch sehr. Die besondere Frische, die Lockerheit, die „Rubinrot“ auszeichnete, geht darüber aber leider verloren. Und sie lässt sich auch nicht wiederbringen, indem man detailreich ausgestattete Szenen aus dem Jahre 1912 mit HipHop-Soundtrack hinterlegt und einen passabel animierten Wasserspeierdämon als Sidekick einführt.

Die Logenmitglieder William de Villiers (Rolf Kanies) und Mr. Whitman (Johannes von Matuschka, rechts) nehmen Gwens Mutter Grace (Veronica Ferres) in die Zange.

 

Doch obwohl sie sich nicht mehr so viele knackig formulierte Wortgefechte liefern dürfen, ist den Haupt- und Nebendarstellern – darunter Veronica Ferres, Katharina Thalbach und Josefine Preuß – noch immer ihre Liebe zum Projekt anzumerken. Die würde ganz sicher auch noch für die Verfilmung von „Smaragdgrün“ reichen, den dritten und letzten Teil der Reihe. Die offizielle Ankündigung des großen Finales lässt allerdings noch auf sich warten. Aber im Warten sind die Fans der Reihe ja schon geübt …

 

Text: Annekatrin Liebisch / Fotos: © 2014 Concorde Filmverleih GmbH
Quelle: teleschau – der mediendienst

 

Filmbewertung: akzeptabel
Genre: Fantasy
Freigabealter: 6
Verleih: Concorde
Laufzeit: 116 Min.