Ah, Sigur Rós hat eine neue Platte. Zu hören sind reduzierte Töne, die zu mächtigen Klanggebilden aufgetürmt werden – typisch für die skandinavische Band. Doch Moment, der Name auf dem Cover ist ein anderer: Howling. Ein Duo, das mit Skandinavien mal so gar nichts am Hut hat: Ry X alias Ry Cuming kommt aus einer australischen Kleinstadt und lebt in Los Angeles, Frank Wiedemann ist ein in Karlsruhe geborener Wahlberliner.

 

Dabei passt der Sound ihres Debütalbums so viel besser an einen einsamen Fjord als in die Großstadt: mystische Klänge, akustisch-elektronische Kompositionen, eine zerbrechliche Instrumentation. Kalte Elektrotöne treffen auf warme Streicher- und Orgelklänge – über ihnen schwebt die gefühlvolle Stimme von Ry X. Eine faszinierende Kombination, in der man sich problemlos verlieren kann. Während der erste Song „Signs“ mit sparsam eingesetzter Elektronik noch als Folk-Pop durchgeht, steigern sich die treibenden Beats, die in „Short Line“ ihren Höhepunkt finden. Natürlich darf auch der namensgebende Song „Howling“ nicht fehlen, der virale Chartbreaker aus dem Jahr 2012.

CD-Tipp: "Sacred Ground" von Howling

 

Das Album muss sich hinter der bekannten Single nicht verstecken: Das Duo hat einen hypnotischen Sound erschaffen, der auch wirkt, wenn gerade kein Fjord zur Stelle ist.

 

Text: tbr

 

Howling
Sacred Ground
Monkeytown / Counter Records