Zuweilen auch Globetrottel

Berühmt wurde er mit Reportagen über Yogis in Indien, Goldsucher am Amazonas oder Stripteasetänzerinnen auf St. Pauli. Animiert von Karl May oder Ernest Hemmingway reist Helge Timmerberg seit 40 Jahren um die Welt. Jetzt ist er „überreist“ und hat die Schnauze voll vom Wanderleben. Aber dann verliebt er sich in Lisa. Und weil die schöne Wienerin einen Job als Managerin in einer 5-Sterne-Lodge in Mosambik angenommen hat, packt Timmerberg wieder Koffer.

„African Queen“ hat nichts mit dem gleichnamigen Humphrey-Bogart-Film zu tun und ist kein typischer Reiseroman. Wohl aber ein typischer Timmerberg: Die Leser erfahren viel über Menschen, Tiere und Landschaften und noch mehr über den Autor. Kein Wunder, war doch der Abenteurer einer der ersten, die in den 80er Jahren das subjektive Ich im deutschen Journalismus einführten.

Der Autor überzeugt mit einer unverwechselbaren Schreibe, Wortwitz und Selbstironie. Und er ist erfrischend ehrlich: So erzählt er etwa, wie er in Dakar zum „Globetrottel“ mutiert. Zwar kann er einen Voodoo-Zauber abwenden, die Malaria aber nicht. Hut ab vor einem Mann, dem trotz Schüttelfrost Sätze gelingen wie: „… das Fieber frißt meinen Humor wie eine Delikatesse“.

Text: Sebastian Bargon

 

Von Helge Timmerberg
Verlag:
Rowohlt, Berlin 2012
Seitenzahl:
304 Seiten, gebunden
Preis:
19,95 Euro