Zeitgeschichte & Spannung

Es gab früher einmal Mordfälle, die mussten die Kommissare ohne DNA-Analyse, Mobiltelefone oder Internetrecherche lösen. Damals, im Frühsommer 1932. Gefragt waren Köpfchen, Mut und Glück. Als sich der Berliner Ermittler Gereon Rath im tiefsten Wald in Ostpreußen verläuft und im Moor versinkt, da hilft ihm ein Waldindianer zurück ins Leben und auf die richtige Spur in einer spektakulären Mordserie.

Darin geht es um schwarz gebrannten Schnaps, Rache und Liebe, um den legendären Berliner Vergnügungstempel „Haus Vaterland“ und um korrupte Polizisten. Das erste Opfer wird tot in einem Aufzug gefunden – mit Indianergift betäubt und ertränkt. Den anderen ergeht es nicht besser. Wer aber ist der Racheengel? Und warum? Welches andere Verbrechen verbindet die Toten?

Die „Akte Vaterland“ ist der vierte Fall von Gereon Rath, und dem Erfolgsautor Kutscher ist es erneut gelungen, eine packende, komplexe und äußerst lesbare Story vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund abzuspielen. Auf der Straße prügeln sich Nazis und Kommunisten, der rechtslastige Reichskanzler von Papen putscht gegen die demokratische Regierung Preußens, die Region Masuren in Ostpreußen ist stramm antipolnisch und für die aufstrebenden Nazis – und richtige Kommissare rauchen dabei seelenruhig noch richtige Zigaretten aus dem Hause Overstolz.

Text: Dominik Bloedner

Die Akte Vaterland
Von Volker Kutscher

Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2012
Seitenzahl: 576 Seiten, gebunden
Preis: 19,99 Euro