Der Mann mit dem Traumjob: Für die Recherche zu seinem neuen Buch packt Bernd Imgrund seine Reisetasche und tourt 100 Tage lang durch die Kneipen Deutschlands. Von der Hafenkneipe im vorpommerschen Stralsund bis zum Biergarten im bayerischen Altötting.

 

Sein Ziel: Die Schnapsdrosseln und Quartalstrinker, die Großmäuler und Nörgler, die Prasser und Schnorrer kennenlernen. Denn wo präsentiert sich eine Stadt so authentisch und vielseitig wie in der Kneipe?

 

Fünf goldene Reiseregeln stellt der Kölner für seine Reise auf – von „Kein Bier vor vier“ über „,Bei Helga’ ist es immer schöner als ‚Im goldenen Löwen’“ bis hin zu „frage nach der ältesten, der schönsten und der miesesten Kneipe der Stadt.“

 

Zumindest in Freiburg bleibt offen, welches der besuchten Lokale in welche Kategorie fällt: Der Autor besucht den Augustinerplatz – der damit wohl offiziell als Kneipe durchgeht –, den Schlappen und den Feierling-Biergarten. Nicht gerade die versteckten, originellen Hinterhof-Kaschemmen, auf die man gehofft hat. Und auch Imgrunds Fazit ist nicht überraschend: Freiburg ist eine Stadt voller Studenten, in der das Thema Umweltschutz groß geschrieben wird.

 

So bleibt das Buch – wie es Kneipenbekanntschaften nun mal an sich haben – viel zu sehr an der Oberfläche: Amüsante Anekdoten statt bewegender Geschichten. Schade.

 

Text: Tanja Bruckert

 

"Kein Bier vor vier" von Bernd Imgrund

 

Bernd Imgrund
Kein Bier vor vier
336 Seiten, Taschenbuch
Kiwi, 2014
9,99 Euro