Peinlicher Punk

Wow, der Titel schien vielversprechend! Auf dem Klappentext steht, dass Quentin Tarantino sich jede Nacht in den Schlaf weint, weil er die Filmrechte für diese wahnwitzige Orgie nicht hat. Und der Autor selbst sieht sich als Pate des deutschen Punk, weil er in den 1990ern mal das Hardcore-Fanzine ZAP herausgegeben hat.

Doch was kommt heraus? Peinlich-pubertäre Gewalt- und Wichsfantasien eines mittlerweile alten Dackels. Sicher, Punkrock lebt seit jeher von der Do-it-Yourself-Idee (DIY). Nur drei Akkorde? Egal, raus auf die Bühne und möglichst laut spielen. Dass Moses Arndt also nicht schreiben kann, würde demnach in der Natur der Sache liegen.

Die Story ist abstrus und dämlich. Im Jahr 2024 ist Deutschland tot, die USA und ihre Verbündeten haben das Land, in dem die Nazis wieder ans Ruder kamen und selbst die Hardcore-Musik vereinnahmten, endgültig in Schutt und Asche gebombt. In den Ruinen bewegen sich einige national gesinnte Überlebende und vegetieren wie die Tiere, für die Siegermächte ziehen ehemalige deutsche Punks in den Kampf. Sie trinken Bier, morden, ficken Silikon und schwelgen in der Vergangenheit. So weit, so schlecht. Denn eines war Punkrock nie gewesen: Eine langweilige, selbstgefällige Nabelschau von alten Männern.

Text: Dominik Bloedner

von Moses Arndt
182 Seiten, TB
Ventil Verlag, 2012
14,90 Euro