Atemberaubend!

Warum steigen Menschen auf Berge? Warum wagen sie gefährliche Gratwanderungen zwischen Leben und Tod? Für Stephan Keck stellt sich diese Frage nicht – der 38-Jährige lebt die Antwort. Weil es unendlich faszinierend ist. „Wenn man die Luft ganz oben geschnuppert hat, dann will man mehr“, betont der Extrembergsteiger in seiner jüngst erschienen Biografie „Solo mit Familie“.

Memoiren mit knapp Vierzig? Natürlich, Kecks Leben ist faszinierend, was er bisher buchstäblich erlebte, würde für viele Leben reichen. Keck erklimmt die Anden und Achttausender, erleidet Erfrierungen und geht dennoch weiter. Gipfel ziehen ihn an, Freunde stürzen ab. Er springt dem Tod von der Schippe und lernt seine Frau Anita kennen. Tochter Sina und Sohn Silas kommen zur Welt. Weder Frau noch Kinder können Kecks Abenteuerlust und seinen Freiheitsdrang bändigen – im Gegenteil. Gegen alle Widrigkeiten durchquert die junge Familie in einem umgebauten Bus Afrika, sie bereisen Indien, Burma und Südamerika – das große Abenteuer beginnt …

Atemberaubend und aufregend – dem Münchner Sportjournalisten Derk Hoberg gelingt es, in spannenden Sätzen und ergreifenden Episoden ein authentisches Bild von dem abenteuersüchtigen Alpinisten und fürsorglichen Familienmenschen zu zeichnen. Gipfelstürmende Gegensätze großartig verpackt!

Text: Kai Hockenjos

von Derk Hoberg & Stefan Keck
284 Seiten, gebunden
Berg & Tal, 2012
22,90 Euro