Die Qual der Wahl

Wie einfach wäre das Leben doch ohne diese ständigen Entscheidungen. Es beginnt morgens mit „Soll ich aufstehen oder liegen bleiben?“ und endet abends mit „Soll ich die Party verlassen?“. Wie schön, wenn man ein Buch hat, das einem diese und viele weitere Entscheidungen abnimmt.

Heike Kottmanns Entscheidungsbäume führen den Zweifler mit einfachen Ja- / Nein-Antworten durch jedes knifflige Problem, egal ob ganz alltäglich – „Wer ist der Mörder im Tatort?“, „Muss ich hier aussteigen?“, „Habe ich den Herd ausgemacht?“ – oder in außergewöhnlicheren Situationen – „Wurde ich letzte Nacht von Aliens entführt?“, „Brauche ich einen Auftragskiller?“, „Wie lautet mein Porno-Name?“.

Viele werden durch dieses Buch erst erfahren, wie komplex manche – eigentlich simpel scheinende – Entscheidungen doch sind. Wer etwa glaubt, die Wahl für oder gegen Trinkgeld ließe sich einfach aufgrund der Freundlichkeit des Kellners treffen, irrt: Auch seine körperliche Überlegenheit ist ein Faktor, der nicht vernachlässigt werden sollte.

Dass viele der schönsten Bäume auf Klischees basieren, stört dabei überhaupt nicht. Denn wer weiß nicht, dass die Entscheidung für einen Studiengang von der Menge des Gels im Haar abhängt (BWL), vom Traum über die Weltherrschaft (Atomphysik) oder der eigenen Faulheit (Kommunikationswissenschaft)?

Text: Tanja Bruckert

von Heike Kottmann
Verlag: Knaur, 2012
Seitenzahl: 192, Taschenbuch
Preis: 14,99 Euro