Achtung: Wohl selten wurde auf diesen Seiten ein Buch vorgestellt, was für nur so wenige Leser interessant sein dürfte. „Drachenväter“ ist eine Mischung aus wissenschaftlicher Abhandlung und Enzyklopädie, in der es um „die Geschichte des Rollenspiels und die Geburt der virtuellen Welt“ geht.

 

Der Inhalt in Kurzform: Ein taktisches Werkzeug des preußischen Militärs gilt als Keimzelle dessen, was heute in Form von „World of Warcraft“ mehr als zehn Millionen Menschen vor den Bildschirmen fesselt. In den gut 125 Jahren, die zwischen diesen beiden Eckpfeilern liegen, sind verschiedenste Arten von im wahrsten Wortsinn „fantastischen“ Spielen entstanden. Dazu war es aber zunächst einmal notwendig, dass in Form von „Fantasy“ ein ganzes Genre aus dem Boden gestampft wurde – dessen Urheber entgegen der landläufigen Meinung übrigens nicht Tolkien ist.

 

Wer nie nachts bewaffnet mit Würfeln, Papier und Bleistift durch erdachte Welten gezogen ist, wird sich in diesem Buch kaum zuhause fühlen. Für alle, denen „Pen & Paper“ hingegen ein Begriff ist, wird die per Crowdfunding finanzierte Arbeit der beiden deutschen Autoren zum echten Pageturner. Der Preis des Projekts liegt mit 42 Euro für die gedruckte Ausgabe zwar in einem empfindlichen Bereich, dafür ist jede Seite opulent mit farbigem Bildmaterial ausgestattet, was nach dem Erstlesen zum abermaligen Querschmökern anregt.

 

Drachenvaeter-Cover

 

 

Tom Hillenbrand & Konrad Lischka

Drachenväter

360 Seiten, gebunden

Edition Octopus, 2014

42 Euro

 

Text: Felix Holm