Country meets Surfermucke: Sitzt man jetzt an einem Lagerfeuer am Strand oder an einem in der Prärie? Diese Frage kann sich durchaus aufdrängen, wenn man dem Südafrikaner Brendan Adams auf seinem vierten Album Spirit beim Musizieren zuhört. Ist aber eigentlich egal, denn es funktioniert extrem gut. Also sowohl das Zuhören, als auch der Musikstil. Adams Songs zeichnen sich durch eine Leichtigkeit und einen angenehmen Groove aus.

 

Es ist kein typisches Singer-Songwriter-Album, was man beim Anblick des Covers (ein einsamer Gitarrist inmitten der Natur) denken könnte. Die Begleitung durch Rhythmusinstrumente und Backgroundgesangsunterstützung hebt die Musik auf ein erfrischendes neues Level.

 

Dass das Ganze derart spontan, manchmal nach Latin und phasenweise sogar fast schon karibisch (wir denken entfernt an Israel Israel Kamakawiwoʻole) anmutet, könnte daran liegen, dass das Album mit einer brasilianischen Band aufgenommen wurde, die der Protagonist erst im Studio kennenlernte.

 

Oder daran, dass Brendan Adams scheinbar überall zuhause ist: Über einen Gelegenheitsjob in Schottland kam er nach Europa. Von dort startete er mit seiner Musik eine Tour quer durch den Kontinent. Inzwischen lebt er in Österreich. Aber auch das ist eigentlich egal. Wie so vieles egal wird, wenn man erst einmal angefangen hat, den Klängen des weltenbummelnden Weltmusikers zuzuhören.

 

 

Cover_Spirit

 

 

Brendan Adams

Spirit

Mouthwatering Records, 2014

 

Text: Felix Holm