Liebe auf den ersten Blick

Alter Schwede, was hauen die Kalifornier Deftones uns da wieder um die Ohren? Die Mischung auf dem siebten Studioalbum des Fünfers um Sänger Chino Moreno ist dermaßen ausdrucksstark, gefühlvoll und brachial, dass man innerhalb eines Songs alle Gefühlswelten durchlebt. Bereits mit dem großartigen Gitarrenriff von Stephen Carpenter beim Opener „Swerve City“ ist man verliebt in dieses Album und wenn nicht da, dann allerspätestens, wenn Chino Moreno mit seinem Vocals beginnt. Bei Deftones stimmt alles. Keine unnütze Note, kein überflüssiges Drumbreak und keine lapidar daher gesungene Melodie verunstalten den starken Gesamteindruck von „Koi No Yokan“. Übrigens ist das japanisch und heißt so viel wie „Liebe auf den ersten Blick“, was ziemlich treffend ist.

„Koi No Yokan“ hat eine hohe Hürde zu nehmen, denn schon mit „Diamond Eyes“ hatten Deftones ein starkes Album hingelegt, wenngleich das nach Meinung einiger Fans zu kommerziell ausgefallen sei. Aber der neue Longplayer dürfte damit kein Problem haben. Beide Alben wurden übrigens von Nick Raskulinecz produziert, der auch die melancholische Alice in Chains produzierte.

Es fällt zwar sehr schwer einzelne Songs hervorzuheben, aber man sollte sich unbedingt „Tempest“, „Swerve City“ und „Leathers“ oder „Graphic Nature“ anhören. Live unterwegs sind Deftones erst im Februar. Bisher stehen als Deutschland-Dates aber nur Hamburg (25.2.) und tags drauf Berlin fest.

Text: Marc Bargmann

Deftones
Koi No Yokan
Warner Music Germany