Es scheint zur Zeit das ultimative Erfolgsrezept zu sein: Man nehme Musik, die noch nie einen Club von innen gesehen hat – vom schwedischen Wiegenlied bis hin zum irischen Volkstanz –, kombiniere sie mit elektronischen Beats und schon hat man einen dancefloor-tauglichen Hit erschaffen.

 

Der österreichische Musiker und Produzent Ulf Lindemann alias [dunkelbunt] ist darin ein absoluter Meister. Für seine aktuelle Platte hat er mehr als 15 Musikstile aus unterschiedlichen Ländern auferstehen lassen, umgesetzt mit Instrumenten wie der chinesischen Pipa, der griechischen Bouzouki oder der hawaiischen Slide-Gitarre. Erinnern soll das an die Gründungsjahre der USA, als Siedler von überall her ihren Sound mischten.

CD_Dunkelbunt

 

So kombiniert der Song „Egal“ Bluegrassmelodien mit deutschem Rap, das Volkslied „Varvinda Friska“ – gesungen auf schwedisch – ist mit Reggae-Beats hinterlegt, und „Flat Foot Boogie“ ist ein überwiegend instrumentaler Ausflug in den Elektroswing. Ein Ausflug, der nicht fehlen darf, ist Lindemann doch einer der Hauptdarsteller der österreichischen Elektroswing-Welle.

 

Bei so vielen verschiedenen Stilrichtungen liegt die eigentliche Kunst darin, die einzelnen Stücke zu einem flüssigen Gesamtwerk zusammenzufügen. Und Lindemann meistert diese Kunst: So turbulent seine Zeitreise, so stimmig ist sie.

 

Text: Tanja Bruckert