Nach dem überraschenden Rückzug von Mastermind Chris Walla im vergangenen September, hätte man mit dem Niedergang von „Death Cab For Cutie“ rechnen können. War Walla doch bei den ersten sieben Alben unumstritten der Kopf und Produzent der aus Washington stammenden Indie-Band. Die Befürchtungen waren allerdings unbegründet. Denn auch das neue Album „Kintsugi“ beinhaltet starke Kompositionen, klasse Arrangements und stets das richtige Gefühl für den Song.

Das Album "Kintsugi" von Death Cab For Cutie (Warner Music).

 

Es mag daran liegen, dass Walla bei vielen Songs noch mit komponiert hat. Vermutlich wird sich die wahre Qualität der verbleibenden Bandmitglieder erst auf dem nächsten Studioalbum zeigen. Egal. „Kintsugi“ ist klasse geworden, vielleicht nicht das beste Album, aber nach „Codes and Keys“ eine gelungene Rückkehr in alte Gefilde. „Kintsugi“ ist eine japanische Technik, Zerbrochenes wieder zu reparieren. Dabei werden die Bruchkanten mit Gold versehen, um diese hervorzuheben – ein Synonym für den Ausstieg Wallas und weitere Brüche rund um die Band.

 

Für den achten Longplayer verpflichtete die Band erstmals einen externen Produzenten: Rich Costey, der schon bei Muse, Santigold oder auch Frank Turner seine Finger im Spiel hatte. Welchen Einfluss er nahm, sollte jeder selbst entscheiden. Fakt ist: Am Sound von „Kintsugi“ gibt es nichts zu mäkeln.

 

Text: Marc Bargmann