Die neue Lieblingsband

Von null auf hundert. Kraftklub aus Chemnitz haben dieses Kunststück geschafft. Und mit der Hundert ist dabei die Eins gemeint: in den Charts, mit ihrem Debütalbum. „Wir sind nicht kredibil / Wir machen Popmusik“, lautet der Refrain der ersten Anspielstation. Kraftklub, das sind fünf Jungs aus Chemnitz, oder aus Karl-Marx-Stadt, wie sie ihre Heimat traditionsbewusst bezeichnen.

Mit ihren kratzigen Gitarrenriffs und blechernem Drumsound, auf den Frontmann Felix seine ironischen Texte über eine Jugend zwischen Ritalinverschreibung, verkapptem Liebeskummer und der Verweigerung der Berlinwanderschaft packt, sind Kraftklub zur neuen Lieblingsband der Musikszene geworden.

Kein Wunder, besteht doch ihre Stärke darin, sie gar nicht erkennen zu wollen. Das gelingt,weil sie sich überhaupt nicht ernst nehmen und sich schon dadurch jeglichem Schubladendenken zwischen Rapwurzeln und Indiezugehörigkeit entziehen. Im Endeffekt ist „Mit K“ eine Platte von Freunden für Freunde. Nur dass jetzt eben nach zig Liveshows in kleinen Clubs oder großen Hallen als Vorgruppe von Fettes Brot oder den Beatsteaks viel mehr Leute zuhören wollen. „Jetzt sind wir Kommerz dank Medienpräsenz / Uns schlottern die Knie und wir reden mit den Fans“, heißt es am Anfang. Und am Schluss steht das Fazit: Cooler kann man nicht uncool sein.

Daniel Weber

Kraftklub
Mit K
Universal Music