Entschleunigung, aber schnell

Zum Glück gibt es die Zukunft, denn in nicht allzu ferner erscheint mit der Lila Wolken EP neue Musik von Marteria. Der Wahlberliner und Herzrostocker war es, der vor zwei Jahren mit seinem Album „Zum Glück in die Zukunft“ der Rapmusik derart frischen Wind in die Segel blies, dass diese wieder an Fahrt und Kreativität aufnahm. Anfang des Jahres stieg auch Marterias Alter Ego Marsimoto mit ein, das Alien mit Heliumstimme vom Planeten Green Berlin.


Und nun also Lila Wolken. Gemeinsam mit den befreundeten Künstlern Yasha und Miss Platnum feuert Marteria darauf fünf Stücke aus der Hüfte, die perfekt als Sommersoundtrack taugen. Im Opener und Titeltrack machen die drei Protagonisten den Track zur Nacht: auf Hochhausdächern abhängen, aus Pappbechern trinken, der Zeit keine Zeit geben und wach bleiben, „bis die Wolken wieder lila sind“.

Entschleunigung, aber schnell. Marterias tiefe Stimme rollt wie üblich locker über den Beat, Yashas Stimme gibt das Megafon, und Miss Platnum verknüpft das Ganze in Versatzstücken mit ihrem vibrierenden Singsang. „Bruce Wayne“ ist dann feinste Angeberei mit Querverweisen, „Feuer“ ist die programmatische Abrissnummer mit großem Wortspielfaktor, bevor in „Kreuzberg am Meer“ Gentrifizierung in Reimform vonstatten geht. Und auf „Autoboy“ gibt es nochmal auf die Zwölf. Eins A.

Text: Daniel Weber

Marteria & Yasha & Miss Platnum
Lila Wolken EP
Four Music