Der Name ist Programm

Junge Männer mit Gitarre, die Lagerfeuerstimmung in ihrer Musik verbreiten. Immer mehr von ihnen tauchen in den Charts auf. Max Prosa ist der neueste dieser Art. Er war bereits mit dem Häuptling dieses Stammes, Clueso, auf Tour, war bei Inas Nacht und TV Noir zu Gast. Im zarten Alter von 22 hat seine Karriere einen guten Anfang. Der Name ist Programm: Prosas Musik handelt von Gefühlen und Erfahrungen, die man seinem Alter nur schwer abnehmen kann – es aber am Ende doch tut.


So erzählt er voller Wut, Mut und Verzweiflung von falschen Träumen und menschlicher Idiotie. „Hab gehofft, dass man den Dingen ihren Zauber lassen kann. Und dann war alles voller Zauber und wir kamen nicht voran“, heißt es im Debütalbum, das in den Musikgeschäften wohl neben Tim Bendzko und Co. in die Regale einsortiert wird. Prosas Musik hebt sich ab von bekannter Radio-Mainstreamsoße und benutzt eine Neo-Folk-Ästhetik, die ohne besondere Effekte auskommt. Prosas Stimme steht stets im Mittelpunkt.

Seine Texte besitzen lyrischen Tiefgang, doch wer auf Abwechslung und auf das Hoch nach dem Tiefgang wartet, muss sich wohl bis zum zweiten Album gedulden. Hier regieren Poesie und Herzschmerz. „Die Phantasie wird siegen“ macht trotzdem Lust auf mehr.

Hanna Gassmann

Max Prosa
Die Phantasie wird siegen
Columbia Records