Versiert vielschichtig

Drum’N’Bass heißt übersetzt ja bekanntermaßen so viel wie hart und schnell. Zugegeben, das war jetzt relativ frei übersetzt. Sei’s drum und basta. Der belgische Überflieger und Genreliebling Netsky beweist nach seinem Debüt vor zwei Jahren auf seinem zweiten Album – das den überraschenden Titel „2“ trägt – jedenfalls, dass diese Kombo auch mit melodischer Melancholie und versierter Vielschichtigkeit einhergeht. „2“ vereint dreckigen Jungle-Sound und tiefe Bassläufe mit großem Stadionsound und Pop-Appeal.


Los geht die Rutsche mit dem Song „Love has gone“, der erstmal atypisch ein hochgepitchtes 70er-Jahre Soul-Sample von L.T.D. auffährt, bevor sich der Bass ankündigt und das Intro gleich mal zum Tanzflächenfüller hochjazzt. Und dort geht es weiter mit dem „Whistle Song“, zu dem Dynamite MC als erster von fünf Feature-Gästen auf dem Album seinen Teil zum Gelingen beiträgt. Netsky pendelt immer wieder gekonnt den Punkt aus, an dem sich die Songs zur Ekstase auffahren, um sie genau dann wieder auf den Tanzboden der Tatsachen zurückzubringen. Der melodisch melancholische, aber doch immer positive und meist freudige Grundton des Albums bricht der 23-jährige Soundtüftler und weltweit gebuchte DJ immer wieder auf, etwa wenn er auf „Detonate“ jeden Kellerclub mit wummender Anlage und von der Decke tropfendem Wasser bedient.

Text:Daniel Weber

Netsky
2
Hospital (Groove Attack)