Bei Amazon läuft die aktuelle Scheibe des italienischen Liedermachers Pippo Pollina jetzt unter „Best of 2014“ und ist deswegen bis Silvester für nur schlappe fünf Euro digital abzugreifen. Der gebürtige Sizilianer wollte Anfang der 80er Jahre eigentlich mal als Journalist gegen die Mafia recherchieren, arbeitete in der Monatszeitschrift „I siciliani”. Deren Chefredakteur Giuseppe Fava veröffentlichte dann Namen von Politikern, die mit der Cosa Nostra zusammenarbeiteten und wurde daraufhin von der Mafia ermordet.

Pollina brach mit seiner Heimat, seinem Jura-Studium, tourte als Straßenmusiker durch ganz Europa und häufte im Laufe seiner Karriere immer mehr Auszeichnungen an. Die jüngste bekam der Wahl-Züricher 2013 auf der Internationalen Kulturbörse in Freiburg – die Freiburger Leiter.

Auf L’appartenenza (Zugehörigkeit) singt er über Liebe und Einsamkeit, über Heimat und Fremde. „Mein Name ist Nichts, der Atem eines Augenblicks, bloß Leben, das sich auf meinen Körper abzeichnet“, heißt es im Song, der so heißt wie das Album. Pollina, das ist Poesie und verträumte Klavierklänge, Schwermut und Leichtsinn, lyrische Balladen, aber auch gepflegter Rock.

Der Liedermacher stand schon mit Georges Moustaki oder Charlie Mariano, mit Schmidbauer/Kälberer oder Konstantin Wecker auf der Bühne. Und er bedankt sich im Booklet bei seinen „Freiburger Freunden“ von Jazzhaus Records, die das jüngste Werk vertreiben.

Text: Lars Bargmann

CD-Tipp: L’appartenenza von Pippo Pollina
Pippo Pollina
L’appartenenza
Jazzhaus Records