Alltägliche Roboter

Wann immer der FC St. Pauli im Fußball ein Tor schießt, ertönt auf dem Kiez Song 2 von Blur und ein ganzes Stadion grölt „Wooohooo“. Was das mit Damon Albarn zu tun hat? Ganz einfach: Der war Sänger der Indie Rock Helden Blur und später von Gorillaz. Nun ist er mit seinem ersten Soloalbum am Start.

Cover Everday Robots von Damon Albarn.

 

Auf Everyday Robots zeigt sich der Revoluzzer von seiner ruhigen, entschleunigten Seite. Durchweg leise Töne zieren dieses Album, das dennoch kein Einschläfer ist. Das Album beginnt mit dem gleichnamigen Albumtitel, in dem uns Albarn daran erinnert, wie wir uns im Alltag bewegen. „We are everyday robots on our phones / In the process of getting home. Looking like standing stones / Out there on our own“. An manchen Stellen erinnert der Song an frühe Portishead oder Roger Waters von Pink Floyd. Spätestens beim schwungvollen „Mr. Tembo“ kann man das wieder vergessen.

 

Der eigenwillige Sänger hat für dieses Album eine Reise in seine Vergangenheit gemacht. Ist an Orte seiner Kindheit gefahren, hat diese in Samples festgehalten und auf Everyday Robots verarbeitet. „Es war wohl einfach die Zeit, ein sehr persönliches, fast schon zärtliches Album zu schreiben“, sagt Albarn über sein Solodebüt. Die Single „Heavy Seas Of Love“ ist bestimmt der hymnischste und kommerziellste Titel des Albums, aber sicher nicht der Beste, denn die Stärken des Albums liegen eindeutig in den Songs jenseits des Mainstreams.

 

Text: Marc Bargmann

 

Damon Albarn
Everyday Robots
Warner Music