Ganz ehrlich, fick dich. Nein, das singt nicht Sadé, das singt Swiss, in Altona aufgewachsener Rapper und Punkah, der mit den Andern nun seine neue Scheibe Große Freiheit herausgebracht hat und darauf auf die sündigste aller sündigen Meilen auf dem Kiez auch eine herrliche Hymne geschrieben hat: „Du lässt mich ziehen, denn so macht das eine Seemannsbraut, du bist mein Nordlicht, das immer auf mein’ Weg vertraut, du weißt, ich komm’ zu Dir zurück und ich geb’ einen aus, du bist mein Hamburg, der Leuchtturm in mei’m Lebenslauf, du bist die große Freiheit für mich.“ Der Rezensent muss zugeben, dass er als Hamburger hier vollkommen befangen ist. Wer es objektiver mag: Swiss landete inzwischen auf Platz 44 in den Charts.

 

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Aber wer die Scheibe häufiger hört, fängt irgendwann einfach an mitzusingen. In „Generation Tablette“ (man denkt an die Stimme von Falco) singt Swiss, der als Kind wegen AHDS selber Tabletten bekam, von der Flucht in die Sucht, vom jahrelangen Jagen nach Momenten des Glücks. Aus dem Rapper wird mehr und mehr der Punkah, der mit den Andern Poetik mit Punk mischt, der Liebeslieder anstimmt (wunderbar der Schrei „Claire ich liebe Dich“ mitten in einem Abgesang auf die nie Erreichte) oder auch mal stromgitarrenlastigen Rap wie in „Der Scheiss is‘ live“. 17 Tracks sind es geworden, die meisten sind guter Stoff.

 

Text: bar