Mit „Afterthoughts“ veröffentlichen die Italiener um Mastermind Giancarlo Erra bereits ihr viertes Album. Dennoch sind sie bei uns ziemlich unbekannt, was zum einen daran liegen mag, das Nosound extrem nach Porcupine Tree in der Frühphase klingen, und zum anderen, dass es eben diesen umtriebigen, genialen Steven Wilson gibt.

Cover: Afterthoughts
Nichtsdestotrotz und vielleicht sogar gerade wegen der Nähe zu Porcupine Tree finden hier die Liebhaber der progressiven Musik eine sehr starke Scheibe mit neun sehr gelungenen Songs. Im Grunde genommen ist das ganze Album ein Trip in die Tiefsinnigkeit des Lebens. Vielschichtig und melancholisch. Das Ganze ohne Hast und überflüssigen Ballast. Klar definierte und in die Tiefe gehende Songelemente zeichnen das Album aus. Einzig bei „Paralysed“ muss man ein bisschen Geduld mitbringen. Der Song an sich ist gut, und es liegt auch nicht daran, dass Erra ab der Mitte in seiner Muttersprache Italienisch weiter singt, nein, es ist das Ende des Songs, das einem die Geduld abverlangt.

Dafür wird man danach mit dem herrlich melancholischen „Afterthoughts“ belohnt, in dem die Gastmusikerin Marianne DeChastelaine eine wunderbar gefühlvolle Cello-Begleitung spielt. Als weiterer Gastmusiker ist übrigens Chris Maitland an den Drums zu hören. Und wo hat der schon die Schlagstöcke geschwungen? Bei Porcupine Tree.

Text: Marc Bargmann

Nosound
Afterthoughts
K Scope