Steven Wilson veröffentlicht Ende Februar mit „Hand. Cannot. Erase“ sein viertes Solo-Album und überzeugt dabei erneut mit seiner großen kompositorischen Gabe. Was der Mann in einem einzigen Song an Ideen verarbeiten kann, ist aller Ehren wert.

 

Die zum Teil mehr als zehnminütigen Songs sind trotz ihrer Länge nie eintönig und bestechen durch erzählerischen Reichtum. Auf „Hand. Cannot. Erase.“ bewegt sich Wilson musikalisch zwischen den guten Marillion und Pink Floyd, mit einer gelegentlichen Prise Porcupine Tree.

 

Wie bei dem Briten Wilson üblich, liegt diesem Konzeptalbum eine wahre Geschichte zugrunde: die der 38-jährigen Joyce Vincent, die 2003 in ihrer Wohnung unter tragischen Umständen starb. Über zwei Jahre lang wurde die Frau nicht entdeckt. Als man sie schließlich fand, lag sie zwischen gepackten Weihnachtsgeschenken im flimmernden Licht ihres Fernsehers.

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Es verbietet sich, einen Song besonders herauszustellen – und auch das Album nicht von vorne bis hinten zu hören. Es ist in der Tat eine sehr spannende Geschichte.

 

Produziert hat die Platte Steven Wilson höchstselbst. Im Frühjahr geht er auf Europatournee. Nach Freiburg kommt er nicht, dafür spielt er am 22. März in Stuttgart im Theaterhaus. Hingehen.

 

 

Text: Marc Bargmann