Als der liebe Gott den Herbstspaziergang bei guter Laune erfunden hat, muss Joseph Parsons ihm ein paar Ideen eingeflüstert haben. Das irgendwo zwischen Gitarrenpop und Countryrock verortete Album macht in erster Linie Spaß, regt aber gleichzeitig zum gedanklichen Abschweifen ein.

 

Einer der Hauptgründe dafür ist mit Sicherheit die tolle, melodiöse Stimme des Protagonisten. Parsons hat diese Art von Gesang, bei der man das Gefühl hat, dass da nichts im Studio nachbearbeitet werden muss – er klingt ehrlich, vertrauenswürdig, zum Ankuscheln. Wenn er in „Live like the king“ singt „it‘s a dirty world, someone‘s gotta clean it up“, möchte man ihm zurufen: Mach Du‘s John!

 

Musikalisch ist das Album so breit aufgestellt, dass es auch bei mehrmaligem Durchhören nicht langweilig wird. Nachdenkliche und etwas zurückhaltendere Stücke wie „True“ oder „Hide away“ wechseln sich mit warmen und durchweg positiven Songs wie etwa der Ausreißerhymne „Leave this town“ ab.

 

Und für alle, die nicht bis zum Herbst warten wollen: „Empire Bridges“ lässt sich auch hervorragend bei einem Frühlingsspaziergag anhören. Oder bei einem guten Glas Rotwein zuhause auf der Couch.

 

Text: Felix Holm

 

Cover_JosephParsons

 

 

Joseph Parsons
Empire Bridges

Meer Music & Blue Rose Records 2014