Mehr als zehn Jahre war Thorsten Finner Teil der Band „Everlaunch“, jetzt ist er auf eigenen Wegen unterwegs. Wege, die sich mit denen von Everlaunch kaum schneiden dürften. Denn während die Indie-Band lauten Rock’n’Roll bevorzugt, ist Finners Debütalbum eine leise, überwiegend akustische Folk-Platte.

 

Das ist gewagt, denn seine Musik wird wohl eher den James-Blunt-Hörer als seine alten Fans ansprechen. Doch die Mischung aus modernem Folk, Indie-Pop und Americana-Einflüssen in Verbindung mit Finners markanter Stimme ist durchaus massentauglich.

 

Titel wie „Lost in the Sea“, „Stormy Skies“ oder „Mr. Ferryman“ geben den Ton an: Die Finner-Songs sind die ideale Untermalung für einen regnerischen Tag an der Küste. Keine laute Gitarre übertönt das Kreischen der Möwen und die Beats passen sich dem gleichmäßigen Rauschen der Wellen an. Kein Wunder, hat sich der Singer-Songwriter doch auf der dänischen Nordseeinsel Fanø für das Album inspirieren lassen.

 

Doch was macht der Badener, der gerade kein Meer zur Hand hat? Der macht es sich zuhause gemütlich, nutzt die Musik zum Entspannen und lässt sich von den sehr persönlichen Texten des Albums in den Bann ziehen. „The Seaside Stories“ ist eine Frühjahrsplatte, deren wohldosierte Melancholie durchaus legitim ist: Schließlich gibt es genügend verregnete Frühlingstage, an denen man sich gerne ans Meer träumt.

 

Cover_Finner

 

 

Finner

The Seaside Stories

Greywood Records

 

Text: Tanja Bruckert