Pünktlich zum Jahresende werden die Grammy-Nominierungen für 2015 veröffentlicht. Sam Smiths Bilanz kann sich sehen lassen: record of the year, song of the year, album of the year, best new artist, best pop solo performance, best pop vocal album. Das kommt nicht von ungefähr, nur wenige Künstler können mit 22 schon auf so viele Hits zurückblicken wie der Singer-Songwriter. Smiths durchdringende Falsettstimme war erstmals auf Features wie „Latch“ von Disclosure und „La La La“ von Naughty Boy zu hören, jetzt ist sein Debüt-Album In The Lonely Hour erschienen.

Waren die Singles bisher meist dancelastig und voller Uptempo-Nummern, stehen jetzt gefühlvolle Songs im Vordergrund. Zentrales Thema ist die unerwiderte Liebe zu einem Mann, vor allem im wohl persönlichsten „Good Thing“, in dem er singt: „Although you made my heart sing, to stay with you would be wrong.“ Stets füllen Lyrics und Stimme den Raum aus, die Instrumentalisierung kommt mit Piano und Akustikgitarre eher schüchtern daher.

Smiths Vorbilder wie Whitney Houston oder Chaka Khan sind in Songs wie „Stay with me“ zu hören, der Einfluss von Adele wird am „Like I can“ deutlich. Er wollte ein Rihanna-Album machen. Das ist es geworden: nicht freaky, nicht gewagt, teilweise etwas zu poliert und geschliffen, aber immer emotional und mitreißend – mit ein paar Song-Diamanten.

Text: ah

Debüt-Album "In The Lonely Hour" von Sam Smith
Sam Smith
In The Lonely Hour
Capitol (Universal Music)