Komplexe Leichtigkeit

Klanglawinen, von denen man sich gerne begraben lässt. Eine Stimme, die vertraulich leise und martialisch laut sein kann. Kompositionen, die schräg klingen, bis man sich an sie gewöhnt hat und man plötzlich den Repeat-Knopf drückt. Das alles bietet „Give In“, das diesen März erschienene Debütalbum der US-amerikanischen Band „On an On“.

CD-Cover: Give in
Irgendwo zwischen Radioheads „OK Computer“ und der Platte „An awesome Wave“ von Alt-J liegen die Songs dieser Platte. Dabei harmonieren Stimme, E-Gitarre, Schlagzeug und Bass in mal minimalistischer, mal orchestraler Manier.

Die Musik hat gewisse Pop-Elemente, ist deswegen aber keinesfalls langweilig. Sie ist ganz im Gegenteil von einer besonderen Atmosphäre getragen. Eine Art komplexe Leichtigkeit. Die melodisch angelegten Tracks erzeugen einen Sound, der im positivsten Sinne sagt: Augen zu und durch. Dabei erschaffen besonders die experimentellen Bearbeitungen von Gesang und E-Gitarre einen inspirierenden neuartigen Sound.

„Give In“ repräsentiert musikalischen Zeitgeist. Neben rustikalem, unverzerrten Rock, etwa bei „The Black Keys“, gewinnt eine neue Strömung an Bedeutung. „On an On“ ist ein Vertreter davon. Sie nutzen die zahllosen Möglichkeiten zur Erweiterung des eigenen Sounds grandios und erweitern die Rockmusik um eine weitere elektronisch beeinflusste Facette.

Text: Frederik Skorzinski

On an on
Give In
Universal Music