Die Verstellung

Auch wenn der Titel täuscht: kein Shakespeare-Stück, sondern die Bühnenfassung des berühmten Ernst-Lubitsch-Films „Sein oder Nichtsein“ wird von Jesse Coston nach der Vorlage von Nick Whitby als bissig-böse Nazi-Satire inszeniert.

Am Vorabend des zweiten Weltkrieges muss das polnische Theater-Ensemble in Warschau um seine beiden Stars Josef und Maria Tura auf politischen Druck die Proben für das satirische „Gestapo”-Stück abbrechen und stattdessen weiterhin den „Hamlet” aufführen. Während der eitle Josef Tura seinen Hamlet-Monolog hält, hat seine Ehefrau ein Rendezvous mit dem jungen Fliegerleutnant Sobinski in ihrer Garderobe. Dieser will nach dem Kriegsausbruch verhindern, dass der Nazi-Agent Professor Silewski eine Namensliste mit polnischen Untergrundkämpfern an die Nazis übergibt.

Er bittet die Turas und ihre Kollegen um ihre Unterstützung. In den Uniformen aus dem Bühnenfundus schlüpfen die Schauspieler selbst in die Rollen der deutschen Besatzer, um in den Besitz der Liste zu kommen und diese zu vernichten. Aus dem abgesetzten Stück wird so eine wahnwitzige Komödie der Verstellung.

Breisach, Schlossberg
22. bis 29.6.
www.festspiele-breisach.de



Foto: Matthias Kolodziej