Schminke, Körperbemalung, Tätowierungen, Schmucknarben, Körpertransformation: In allen Kulturen und zu allen Zeiten gibt und gab es Körperverzierungen. Das Museum der Kulturen will hinter diese Erscheinungsveränderungen schauen und herausfinden, was wir damit erreichen wollen. Ist es der Wunsch, sich zu verschönern, der Drang, Mängel zu kaschieren oder will der Mensch zeigen, wie einmalig er ist?

 

Make up, Ausstellung im Museum der Kulturen in Basel

 

Es ist eine Ausstellung, die fasziniert und zugleich abschreckt. Wer es in den obersten Stock des Museums geschafft hat, hat bereits vieles gesehen – von Engelszeichnungen über Expeditionsberichte bis hin zu Ausstellungsstücken aus dem Herzen des Amazonasgebiets. Doch unter dem Dach erstreckt sich eine ganz andere Welt: Nagellack, Piercings, Schmucknarben, Silikonbrüste, Operationsbesteck, Korsagen.

 

Nicht alles lässt uns Europäer aus dem 21. Jahrhundert gleich an Mittel zur Verschönerung des Körpers denken. Da grinst eine Frau mit schwarzgefärbten Zähnen aus einem Bilderrahmen, hier trägt ein Krieger lange Narben im Gesicht und dass der deformierte Schädel eines jungen Mädchens ihm einst zum Schönheitsideal verholfen hat, ist schwer nachzuvollziehen.

 

Was der Grund einer Mutter ist, den Schädel ihres Kindes durch Bandagen in die Länge zu ziehen oder einer natürlich schlenken Frau, sich in ein Korsett zu quetschen, das ihre Organe beschädigt, bleibt offen. Denn eines ist sicher: Den einen Grund gibt es nicht. Körpermodifikationen können ästhetisch, politisch, sozial oder religiös begründet sein – mal individuelle Entscheidung, mal gesellschaftliche Anforderung. Wird der Körper so zu einer immerwährenden Baustelle?

 

Museum der Kulturen, Basel
Make Up – Aufgesetzt ein Leben lang?
bis 6.7.2014