Titel: Verschiedene
Interpret: Gheorghe Zamfir und andere


Ein Schlachthof ist qua Bestimmung kein Ort für den Cluburlaub, Nomen ist auch hier Omen, ein schlechtes dazu. Nun aber gibt es Bestrebungen, einen Paradigmenwechsel einzuläuten oder – treffender formuliert – einzuflöten. In Deutschlands modernstem Schlachthof, ein gewisser Herr Tönnies hat dort seine Wurstfinger im Spiel, werden neuerdings die Schweine, die armen Schweine, mit Musik zur Schlachtbank geführt. Als besonders geeignet – man meint, den Tieren dadurch etwas Gutes zu tun – hat sich anscheinend Panflötenmusik herauskristallisiert. Diese soll das Borstenvieh beruhigen und das Ende so angenehm wie möglich gestalten. Als weitere musikalische Maßnahme stehen noch spirtuell-esoterische Weisen zur Verfügung, denn auch auf solche Töne würden die Schweine reagieren.

Für uns ein klarer Fall von Tierquälerei, was sonst. Die Panflöte des Todes von Gheorghe Zamfir kombiniert mit Eso-Gedudel in Endlosschleife stellt für Mensch und Tier gleichermaßen ein hohes gesundheitliches Risko dar.

Eine Schweinerei sondergleichen ist es aber, die letzten Minuten dieser Tiere dergestalt zu versauen und es auch noch als humanen Tötungsakt zu deklarieren. Metzger Tönnies sollten schleunigst die Flötentöne beigebracht werden, indem man ihn gut und gerne 24 Stunden Gheorghe Zamfirs El Condor Pasa aussetzt und daran anschließend die gleiche Dosis esoterische Entspannungsmusik verabreicht.

Er würde sich danach vermutlich liebend gerne von uns direkt zur Schlachtbank geleiten lassen, aber den Gefallen, den tun wir ihm dann nicht. Anordung von ganz oben: Bis auf Weiteres Dauerbeschallung fortsetzen – mal kein Schwein gehabt, Herr Tönnies!

Fleischlos grüßt,
Ralf Welteroth, Geschmackspolizei
Freiburg


GeschmaPo