Jeder Skandal bekommt sein Lied.

Es ist so. Vom überteuerten Bahnhof über den österreichischen Wein und abgeschriebene wissenschaftliche Arbeiten bis zum Mord an Robbenbabys – alles wird vertont. So auch das jüngst festgestellte Vorkommen von Pferdefleisch in Spaghetti-Bolo-Sauce und Lasagne durch die Guitar-Heros Pirenski und Nebel.

Sounddreck_1
Strophe:
„Pferdefleisch im Katzenfutter,
Pferdefleisch in Markenbutter“

Skandalsounddrecks sind zwar meistens gut gemeint, aber selten gut. Solange die Verfasser dabei von ehrlicher Empörung angetrieben werden, könnte man ja Notwehr geltend machen. Oft werden die Verfasser aber von purer Schadenfreude oder dem Glauben angeleitet, die Welt mit Liedern verbessern zu können. Beide Moti-vationen verschlimmern den Skandal zwangsläufig.

Refrain:
„Oh Pferdefleisch, oh Pferdefleisch,
oh, Pferdefleisch, oh Pferdefleisch“

Hier wird kein Pferd gerettet. Au contraire: Bekommen wir nicht Lust, mal
eine richtige Pferdewurst zu probieren?

Strophe:
„Pferdefleisch in Raketenköpfen,
Pferdefleisch in Hosenknöpfen.“
„Ihr werdet es kaum glauben,
sogar in roten Trauben,
hat man es gefunden …“

Gegen Pferdefleisch in der Musik, Ihre Geschmackspolizei

Titel: Pferdefleisch
Urheber: Edgar Pirenski/Jan Nebel
Jahr: 2013