Ein Orchester auf Reisen: Ende März bricht das Sinfonieorchester Basel unter Leitung von Dennis Russell Davies zu einer Tournee nach China und Südkorea auf. Doch bevor es nach Asien geht, kommt zunächst ein Teil Asiens in die Schweiz – im Rahmen eines Sinfonie- und eines Entdeckerkonzerts am 19. März. Im Fokus des Sinfoniekonzerts stehen dabei ein Solist und ein Komponist, die nicht nur musikalisch, sondern auch politisch bewegen: der türkische Pianist Fazil Say und der südkoreanische Komponist Isang Yun.

 

Fazil Say polarisiert. Man kann ihn lieben, man kann ihn ablehnen, doch kalt lässt der türkische Pianist und Komponist niemanden. Er lässt den Mozart lockerleicht swingen oder improvisiert spontan auf der Bühne – was den einen oder anderen konservativen Musikliebhaber vor Schreck erstarren lässt. Say kümmert das wenig: Mit großer Leidenschaft spielt er das, woran er glaubt.

 

Und diese Einstellung pflegt er nicht nur in der Musik: Vor zwei Jahren haben ihm angeblich islamfeindliche Twitter-Aussagen wie „Ist das Paradies denn ein Bordell?“ zehn Monate Haft auf Bewährung eingebracht. Zudem ist Say ein bekannter Bürgerrechtler und Kritiker der türkischen Regierung.

 

Zweite Solistin des Sinfoniekonzerts „Horizonte“ ist Yumi Hwang-Williams, die im Alter von elf Jahren von Südkorea in die Vereinigten Staaten emigrierte. Bereits vor fünf Jahren hat sie mit dem Sinfonieorchester Basel Isang Yuns 1. Violinkonzert aufgeführt. Jetzt ist dessen 3. Violinkonzert an der Reihe, zusammen mit Paul Hindemiths „Sinfonischen Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber“ und der 2. Sinfonie „The Age of Anxiety“ von Leonard Bernstein.

 

Bis zu seinem Tod im Jahr 1995 nutzte Yun seine Musik, um zwischen den konträren politischen Systemen Nord- und Südkoreas zu vermitteln. „Das dritte Violinkonzert ist ein Symbol für Isang Yuns nicht abreißendes politisches Engagement“, so Davies. „Er war ein Mann, der wirklich für das Verständnis zwischen den Völkern gearbeitet hat.“

 

Auch für die Tournee spielt der Komponist eine große Rolle: Neben Konzerten in Peking und Shanghai gastiert das Orchester erstmals im südkoreanischen Tongyeong – Yuns Heimatstadt. Anlass ist eine Einladung des International Tongyeong Music Festivals, das dem Komponisten gewidmet ist.

 

Passend dazu geht es auch im Entdeckerkonzert, im Vorfeld des Sinfonieabends, um „Neue Horizonte“.Das Konzert beginnt um 16 Uhr mit dem Asian Composers Showcase: Um die Komposition Neuer Musik in Asien zu fördern, hat das Goethe-Institut Korea diese Veranstaltung ins Leben gerufen. Die vier Werke, die nun aufgeführt werden, sind Auftragsarbeiten der Gewinner des Asian Composers Showcase 2013.

 

Weiter geht die Reise nach Bali: Mit Gamelan-Musik und balinesischem Tanz sollen auch Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Übergang zwischen den beiden Konzerten bildet dann um 18.45 Uhr die Einführung zum Sinfoniekonzert durch Benjam Herzog.

 

Text: Tanja Bruckert / Foto: Mustafa Toygun Ozdemir

 

Infos:

 

Entdeckerkonzert „Neue Horizonte“
Donnerstag, 19. März, Stadtcasino Basel
16 Uhr: Asian Composer Showcase
17.15 Uhr: Gamelan und Balinesischer Tanz
Der Eintritt ist frei.

 

Sinfoniekonzert „Horizonte“
Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr, Stadtcasino Basel
18.45 Uhr: Einführung
Tickets: Bider&Tanner, Ihr Kulturhaus in Basel, Tel.: + 41 (0)61 206 99 96

 

www.sinfonieorchesterbasel.ch