Die Kulturlandschaft im Dreiländereck ist vielfältig, die Museen eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Mit dem Museums-pass (MPM, museumspass.com), der für schlanke 89 Euro zu haben ist, gibt es ein Jahr lang freien Eintritt in mehr als 300 Museen und Schlösser. Eine kleine Auswahl stellen wir vor.

Faszinierende Einblicke: Das in der ganzen Welt verstreute Spätwerk Paul Gauguins, darunter „Wie! Du bist eifersüchtig?“, ist derzeit in der Fondation Beyeler in Riehen zu sehen.

 

Fondation Beyeler (Riehen)
Eine Sammlung von rund 230 Werken der klassischen Moderne und Stammeskunst aus Afrika, Ozeanien und Alaska dokumentiert den Blick von Hildy und Ernst Beyeler auf die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Aktuelle Ausstellung:
Paul Gauguin, bis 28. Juni 2015
40 Meisterwerke Gauguins (1848–1903) aus Museen und Privatsammlungen wurden nach Riehen geholt und so zusammengestellt, wie sie noch nie zu sehen waren. Zu sehen sind Gauguins Selbstporträts, visionäre, spirituelle Bilder aus der Zeit in der Bretagne. Und natürlich die auf Tahiti entstandenen Gemälde. Sie zählen zu den bedeutendsten Kulturschätzen der Welt.
Eintrittspreis: 28 E/CHF (Museum & Ausstellung)
Info: www.fondationbeyeler.ch


Multimedialer Rückblick: Die klassische Moderne war vor 30 Jahren, als das Museum für neue Kunst in Freiburg gegründet wurde, Ausgangspunkt der Sammlung. 30 Werke (darunter Wladimir L. von Zabotins Bildnis Stef Grimm aus dem Jahr 1924) stehen jetzt im Zentrum einer multimedialen Befragung.

 

Museum für neue Kunst (Freiburg)
Meisterwerke von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart, vom Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit repräsentieren die großen Kunstströmungen der vergangenen 100 Jahre. Julius Bissier, Freiburgs berühmtestem Künstler des 20. Jahrhunderts, ist ein eigener Saal gewidmet.

Aktuelle Ausstellung: 30+30 retro/perspektiv – Macke, Oppenheim & Co., 14. März bis 7. Juni 2015, Zum 30-Jährigen begibt sich das Museum zu seinem Ausgangspunkt, der Klassischen Moderne. Fachleute reflektieren und kommentieren 30 Kunstwerke. Entstanden sind Essays, Gedichte, Kurzgeschichten, Videoarbeiten, Raum- und Soundinstallationen.
Eintrittspreis: 7 E (Museum & Ausstellung)
Info: www.freiburg.de/museen


Inspirierende Ausblicke: Zeitgenössisches Design hat in Afrika eine andere Funktion als in Mitteleuropa. „Making Africa“ versammelt im Vitra Design Museum in Weil facettenreiche, spannende und herausfordernde Beispiele.

 

Vitra Design Museum (Weil am Rhein)
Schon von Weitem ist der graue, verspielt-verschachtelte Klotz zu sehen. Diesen sogenannten Flagshipstore hat das Basler Architektenbüro Herzog & de Meuron für Vitra entworfen. Auf dem Vitra Campus stehen zudem eine Fabrikationshalle (Entwurf: Nicholas Grimshaw), die Werkfeuerwehr (Zaha Hadid), ein Konferenzpavillon (Tadao Ando), eine Halle (Álvaro Siza Vieira) und das dekonstruktivistische Designmuseum von Frank O. Gehry.

Aktuelle Ausstellungen:
Afrikanische Moderne – Architektur der Unabhängigkeit, bis 31. Mai 2015
Eindrucksvolle Bilder der futurischen Betonfantasien der neuen Herrscher, die in den 60ern die Kolonialherren vertrieben.
Making Africa – A Continent of Contemporary Design, 14. März – 13. September 2015
Arbeiten von 120 Designern, die sichtbar machen, wie Design die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen Afrikas fördert.
Eintrittspreis: 18 E (Museum & Führung)
Info: www.design-museum.de


Legendäre Serie: Andy Warhol verewigte Sexikone Marilyn Monroe in starken Farben. Die 10-teilige Serie ist Highlight der Ausstellung in der Kunsthalle Messmer, die dem „King of Pop Art“ gewidmet ist.

 

Kunsthalle Messmer (Riegel)
Im Jahr 2005 rief der Kunstsammler Jürgen A. Messmer die messmer foundation ins Leben. Die gemeinnützige Stiftung ist Trägerin der Kunsthalle Messmer, die 2009 in der ehemaligen Riegeler Brauerei eröffnet wurde.

Aktuelle Ausstellungen: Arif Aziz – Kunst aus Aserbaidschan, bis 29. März 2015
Klaus J. Schoen – Harmonie der Stille, Retrospektive, 3. April – 26. April 2015
Andy Warhol – King of Pop Art, 2. Mai bis 27. September 2015
Wie kaum ein anderer Künstler hat Andy Warhol die moderne Bildsprache revolutioniert und die Definition von Kunst verändert. Schon längst gehören seine Serien von glamourösen Stars aus Film und Politik, von Suppendosen, Dollarnoten und sensationssüchtigen Schlagzeilen zu den Ikonen der Kunstgeschichte. Die Serie als künstlerisches Ausdrucksmittel wurde sein Markenzeichen, und die Serigrafie sein populärstes künstlerisches Medium. Als Highlight der Ausstellung ist die komplette zehnteilige Marilyn-Serie zu sehen. Die Ausstellung dokumentiert die bahnbrechende Entwicklung dieser schillernden Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts von den Anfängen als Werbegrafiker bis hin zum King of Pop Art.
Eintrittspreis: 11 E (Museum & Ausstellung)
Info: www.kunsthallemessmer.de

 

Trompetenmuseum (Bad Säckingen)
Das Trompetenmuseum verdankt seine Existenz einem Bürgersohn und einer Adeligen, deren standesunterschiedliche Geschichte 1854 in Joseph Victor von Scheffels „Trompeter von Säckingen“ veröffentlicht wurde. Ort der Handlung war das Schloss Schönau, in dem heute das Trompetenmuseum untergebracht ist. Und welcher Ort auf der Welt ist für ein Trompetenmuseum geeigneter als ein literarisch berühmt gewordener Originalschauplatz?
Den ursprünglichen Kern der heutigen Sammlung bildeten die privat zusammengetragenen Exponate des Schweizers Ernst Buser. Mit dem Kurator und späteren Museumsdirektor, dem amerikanischen Musikwissenschaftler und Trompeter Edward H. Tarr, wuchs diese Sammlung im Laufe der Zeit beträchtlich und zeigt heute ein breites Spektrum der Trompetenbaukunst über vier Jahrhunderte. Das älteste Stück der Sammlung ist eine Naturtrompete aus dem Jahr 1664. Sie repräsentiert mit weiteren Exemplaren aus dem 17. und 18. Jh. die damalige Tradition des Trompetenbaus in Mitteleuropa. Zu sehen sind darüber hinaus ungewöhnliche, teils skurrile trompetenbauliche Spielarten und Instrumente aus dem Besitz berühmter Trompeter: von Vasiliy Brandt, Jullien Porret, Eduard Seifert, Hans Bode, Timoffey Dokshizer, Adolf Scherbaum, Willy Liebe oder Walter Scholz.

Eintrittspreis: 3 E, mit MPM frei
Info: www.trompetenmuseum.de

 

International Imaginary Museum (Rheinfelden, CH)
Weil private und institutionelle Investoren große Werke ersteigern und diese dann oft der Öffentlichkeit entzogen sind, präsentiert das International Imaginary Museum eine Sammlung der schönsten und berühmtesten Meisterwerke der Malerei, legal nachgeschöpft von den besten Fälschern der heutigen und vergangenen Zeit. Eine Gruppe von 45 weltweit verstreuten Fake-Spezialisten und Restauratoren arbeitet mit Fachwissen und Akribie für das Museum – beseelt von der Leidenschaft, berühmte Werke wieder zugänglich zu machen.

Aktuelle Ausstellung: Von Edgar Degas bis Vincent van Gogh, bis 1. Juli 2015
Eintrittspreis: 15 E/CHF (Museum & Führung)
Info: www.iim-museum.com

 

 

Text: Erika Weisser / Fotos: Staatliches Museum für Bildende Künste A. S. Puschkin, Moskau, Victor Omar Diop, 2014, Courtesy Magnin-A Gallery, Paris, Armin Buhl, Ulm, Hans Peter Fieser