Immer, wenn er Pillen nahm

Bourne ohne Matt Damon – geht das? Ja, wenn man so clever wie Regisseur und Drehbuchautor Tony Gilroy ist und einfach eine Parallelgeschichte zur „Bourne“-Reihe dreht. „Das Bourne Vermächtnis“ (2012), das nun auf DVD und Blu-ray Disc erscheint, spielt im selben Zeitraum wie „Das Bourne Ultimatum“ (2007). Die Ereigniskette, die Jason Bourne darin in Gang setzt, betrifft nämlich auch seine Kollegen. Einer davon ist Aaron Cross (Jeremy Renner), eine erbarmungslose Kampfmaschine. Er soll zusammen mit den anderen Mitgliedern des geheimen Forschungsprojektes eliminiert werden. Eine atemlose Hatz beginnt, die von Gilroy leider etwas zu chaotisch umgesetzt wurde.


Aaron Cross (Jeremy Renner) ist ein mittels Medikamenten hochgezüchteter Superagent, dessen einzige Schwäche die elende Sucht nach den kleinen Pillen ist, die seine Leistungsfähigkeit erhalten. Daher kidnappt er auf seiner Flucht über sämtliche Kontinente kurzerhand die Ärztin, die ihn bisher damit versorgte. Marta Shearing (Rachel Weisz) ist gar nicht so unglücklich darüber, denn als Mitwisserin sollte es ihr ebenfalls an den Kragen gehen.

Was ein temporeicher Thriller hätte werden können, kommt leider streckenweise wie eine Schlaftablette daher. Das liegt allerdings nicht an den Darstellern: Die Chemie zwischen Renner und Weisz stimmt.

Vielmehr konnte sich Tony Gilroy wohl nicht weit genug von seinem eigenen Buch distanzieren, um die nötigen harten Schnitte zu setzen. So kommt ein über zwei Stunden langer Genremix zustande. Es ist nicht ganz klar, ob sinnfreie Actionexplosionen immer wieder einen Agententhriller unterbrechen oder ob ein solider Actionreißer ständig durch Erklärphasen und Hinterzimmergespräche gehemmt wird.


Immerhin punkten die zahlreichen Actionsequenzen auf Blu-ray Disc mit druckvollem DTS-Sound und präzisen, wuchtigen Effekten. Das gelungene Surroundarrangement bedient sämtliche Boxen und schafft so eine angenehm räumliche Atmosphäre. Auf DVD präsentiert sich die Hetzjagd mit etwas weniger akustischem Bombast.

Auch das Bild hat seine Schwächen: Während die Optik der Blu-ray Disc nur ein leichtes Rauschen und satte Farben aufweist, ruckelt es in zahlreichen Szenen auf der DVD deutlich. Auch in Sachen Schärfe steht sie der BD deutlich nach. Kurze Featurettes gewähren im Bonusteil der BD leider nur recht oberflächliche Einblicke hinter die Kulissen von „Das Bourne Vermächtnis“. DVD-Käufer müssen ganz auf Extras verzichten.

Text: Maja Daebel / Fotos: Universal
Quelle: teleschau – der mediendienst


Filmbewertung: akzeptabel
Freigabealter: 12
Studio: Universal
Laufzeit: 129 Min.
Im Handel, ca. 15 Euro